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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 5 · p. Seite 517

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 5
Article
Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
Date
1913-01-01
Page
Seite 517 (sequence 5)
Language
German
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Pie neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien. 517 dentlich reichen Arzt Dr. Jakowka Rapaport, den Verfasser des in klassischem Hebräisch geschriebenen Werkes עלים לתרופה, in welchem er die Inocuiation empfiehlt, die von mehreren Rabbinen als Teufelswerk verschrieen worden war. Der Maskilimkreis wurde durch die allerdings nicht zahlreichen israelitischen Hörer der jur. Fakultät der Universität Lernberg (auf 320 Hörer : 4 Juden) vergrößert, welche sich nicht nur als deutsche, sondern auch als hebräische Schöne geister hervortaten. Sie sind bei allen zu Ehren der Vorgesetzten arrangierten Schulfeiern die begehrtesten Hauspoeten, glänzen auch als geschätzte Mitarbeiter der deutschen Organe der damaligen Lemberger Intelligenz: der »Mnemosyne«, der Lemberger Zeitung etc., in welchen Abraham Natkis, Meir Letteris und Markus Rapaport in poetischer und prosaischer Form allgemeine und jüdische Themen behandeln1). Neben der Maskilimpartei begannen sich in Lemberg am Ausgange der ersten Hälfte des XtX. Jahrhunderts auch die Chassidim zu regen. Hatte doch Lemberg durch die Diskussion, welche in seinen Mauern am 10. Juli 1759 zwischen Frankisten und Rabbaniten stattgefunden hatte, bei der Entstehung des Chassidismus Gevatter gestanden. Es entstand hier nun eine neue Art von Chassidim, die Chidduschim, für welche ein reicher Parteigenosse, Berl Glanzer, eine prächtige »Klaus« gründete. Um sich auch das Wohlwollen der Partei der Zukunft, die mit Hilfe der damals »lichtfreundlichen« Regierung erfolgreich gegen alle Minjanim Front machte, welche von »der Schwärmerei« verdächtigen Personen gegründet waren, zu sichern, widmete er auch eine hohe Summe für den am Beginn der vierziger Jahre in Angriff genommenen Bau des israelitischen Tempels in Lemberg. Tempel nannte man damals in slavischen Landen die neumodischen Bethäuser der aufgeklärten Juden, während man die Gotteshäuser der älteren jüdischen Generation, wie bisher, »Schulen« oder »Lehrhäuser« (Bote- J) Vgl. Mnemosyne 1824-1828.

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