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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 374

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 4
Article
Die Judengesetzgebung Friedrich Wilhelms II.
Date
1913-01-01
Page
Seite 374 (sequence 14)
Language
German
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474 Die Judengesetzgebung Friedrich Wilhelms II. mindestens den Anschein gab, als scheide er mit guten Hoffnungen vom Kampfplatz1). Er sorgte wohl in der Hauptsache dafür, daß man keine patriotische Gelegenheit vorübergehen ließ, ohne ostentativ dem Throne seine Huldigung darzubringen. Ebenso, wie man 1789 bei der Impfung der königlichen Prinzen in Berlin und Breslau einen feierlichen Dankgottesdienst mit eigenem Ritual abgehalten hatte*), beteiligte man sich in der Hauptstadt im Dezember 1793 an dem Einzuge der Kronprinzessin Luise und ihrer Schwester. Man überreichte ein beziehungsreiches, wohlberechnetes Huldigungsgedicht, das, von Friedländer abgefaßt, folgendermaßen ausklang: Darum bringen, an dieser Hauptstadt Schwelle, Wir ein verkanntes Volk, von unserem König Einzig unverkannt, des Königs Töchtern freundliche Wünsche. Die Ihr die schwerste Kunst so früh gelernt, Liebe zu verdienen, Ihr werdet edel Euer Verdienst vollenden und dieses Land durch Liebe _ beglücken3). 1j Das S. 8. *) L. Geiger, Vor hundert Jahren (Ztschr. usw. 111, 1889), S. 192, Adolph Kohut, Gesch. der deutschen Juden. Berlin 1898, S. 764. *) Louisens und Friederikens, Kronprinzessin, und Gemahlin des Prinzen Ludwig von Preußen, geborner Prinzessinnen von Mecklenburg-Strelitz, Ankunft und Vermählung in Berlin. Im December 1793. Berlin 1794, S. 85 ff., siehe auch S. 18,24, 30 und 61 sowie hinsichtlich der Potsdamer Judenschaft S. 114; vgl. Kohut a. a. O- S. 764. Vermutlieh ist der Brief der Kronprinzessin, welchen S. Rothschild in Allg. Ztg. des Judentums, 69. Jahrg. 1905, S. 526 und der »Antisemiten- Spiegel« 3. Aufl. Berlin und Frankfurt a. M. 1911, S. 108 nach Eduard Rahn, Die preußischen Fürsten und ihre Frauen, ab drucken, durch den Empfang beeinflußt. Leider war es mir nicht möglich, das Schreiben wissenschaftlich zu fixieren; an den einschlägigen Steilen, wo es zunächst stehen müßte, falls es echt wäre, ist es nicht aufzufinden. Das angeführte Buch, als dessen Verfasser mir neuerdings Konrad Rahn von dem Autor des Antisemitenspiegels bezeichnet wird, konnte mir auf den deutschen Bibliotheken nicht nachgewiesen werden.

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