Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 447 (sequence 29)
- Language
- German
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Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie. 447 fördert, wie zum Beispiel durch die Kenntnis der Astronomie in der uns von unseren Weisen zur Pflicht gemachten Berechnung des Neumondes, und andererseits ist sie uns ein Schutz vor den falschen und phantastischen Vor- Stellungen, die die Reinheit unseres Glaubens zu trüben geeignet sind. Diesen Nutzen wird nur der Tor oder Sophist in- Abrede stellen, wenn er sich nicht gar zu der kecken Behauptung versteigt, daß die Wissenschaft als ein Nachteil für den Menschen zu betrachten sei.') Der Enkel des Schemtob bea Josei, des älteren. Als ein noch entschiedenerer Vertreter der Philosophie stellt sich uns der den Namen seines Großvaters tragende Sohn Josefs, Schemtob ben Josef der jüngere, dar. ln dem Gedankenkreise seines Vaters sich bewegend, führt er in der Einleitung seines bekannten Kommentars zum More,*) die Tendenz dieses maitnonidischen Werkes begründend, das Folgende aus: Die Vollkommenheit der Seele besteht in der Vollkommenheit der ethischen und der intellektuellen Vorzüge, denn wie in der (aristotelischen) Ethik bewiesen wird, besteht der Endzweck des Menschen und seine Glückseligkeit in der ihm eigentümlichen Tätigkeit, d. i. in der Tätigkeit der vernünftigen Seele. Die dem Menschen eigentümlichen, auf seine Vernunft bezüglichen Tätigkeiten sind nun zwiefacher Art: die eine entstammt dem Wesen der Vernunft, die andere steht im Dienste der Vernunft. Die im Dienste der Vernunft stehende wird als ethischer Vorzug, die dem Wesen der Vernunft entstammende als intellektueller Vorzug bezeichnet. Die meisten Menschen aber sind nicht imstande, die Dinge 1J Das. S. 26 a—27 b. 3) Der Kommentar des Schemtob b. Josef, des jüngeren, ist seit der Venediger Ausgabe 1511 den meisten Moreausgaben beigedruckt.