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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 445

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 4
Article
Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
Date
1913-01-01
Page
Seite 445 (sequence 27)
Language
German
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Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie. 445 Aristoteles verlassen, bei wem sollen wir die Wissenschaft suchen, die das höchste Ziel menschlicher Vollkommenheit bilden soll? Sollen wir sie bei Ibn Sina und Alfarabi oder bei den alten Erklärern des Aristoteles, Alexander und Themistius, suchen, die doch alle im Wesentlichen mit Aristoteles übereinstimmen? Oder soll in jeder Frage jeder seinen eigenen Weg gehen, so daß es eine einheitliche Wissenschaft überhaupt nicht mehr geben würde? Es ist somit undenkbar, daß die Glückseligkeit des Menschen und seine Fortdauer in der Ewigkeit von einer Wissenschaft abhängig sein soll, die, wie besonders Algazali nachgewiesen hat, auf so schwachen Füßen steht Darum muß jeder Israelit sich diejenigen Erkenntnisse anzueignen suchen, die uns von den Propheten auf Grund der ihnen zuteil gewordenen Offenbarung überliefert worden sind. Sie allein können uns darüber aufklären, welche Handlungen wir zu verrichten und welche Erkenntnisse wir uns anzueignen haben, um der ewigen Glückseligkeit teilhaftig zu werden1). Durch die Denktätigkeit und ethisches Handeln wird eine allen Menschen erreichbare Vollkommenheit erzielt. Darüber hinaus gibt es aber eine höhere, zum ewigen Leben führende Vollkommenheit, die durch die Erfüllung der noachidischen Gebote auch den Frommen der anderen Völker erreichbar ist, zu der aber unter Anleitung der Thora besonders das abrahamitische Geschlecht berufen ist2). Bedarf demgemäß der Israelit nicht der Philosophie, um der ihm verheißenen Glückseligkeit teilhaftig zu werden, so bleibt doch noch die Frage zu erörtern, ob die Philo- Sophie nicht trotzdem auch dem Israeliten zur Förderung gereichen könne. Betrachten wir zunächst die wissenschaftliche Erkenntnis, die die Philosophie dem Mensehen gewährt, so werden wir, da in der Erkenntnis die Vollkommenheit der Vernunft besteht und sie den 1j K. E. S. 24b-25b. ־) Das. S. 26a.

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