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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 442

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 4
Article
Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
Date
1913-01-01
Page
Seite 442 (sequence 24)
Language
German
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442 Die Familie Schemtoh in ihren Beziehungen zur Philosophie. Würde die höchste dem Israeliten und dem Nichtisraeliten erreichbare Vollkommenheit in der Beschäftigung mit der Wissenschaft bestehen, so hätte die Prophetie als die höchste Geistesstufe des Menschen nicht auftreten können, bevor die Wissenschaft durch Aristoteles zu ihrer Vollendung gelangt war. Daraus ergibt sich, daß es ein anderes als das auf Beweisen gegründete Denken geben müsse, das Denken, das sich auf die Thora gründet, durch das der Mensch das göttliche Leben erlangt. Auch Aristoteles hätte sich, wenn er die Propheten gekannt hätte, dem Eingeständnis nicht verschließen können, daß die höchste Glückseligkeit In einem jenseitigen Leben nicht durch die philosophische Wissenschaft und eine auf sie gegründete Lebensführung, sondern nur durch die Wissenschaft der Thora und die Befolgung ihrer Gebote erreichbar sei. Aber auch wenn es den Philosophen gelungen wäre, den Nachweis zu führen, daß man auf dem von ihnen vorgezeichneten Wege zur Fortdauer in einem anderen Leben gelangen könne, so würde doch, wie der Weg der Thora und der der Philosophie ihrem Wesen nach verschieden sind, auch die durch sie zu erlangende Stufe der Vollkommenheit ihrer Art nach verschieden sein. Auf dem Wege der Thora ist der Anteil am ewigen Leben für die Gesamtheit leichter zu erreichen. So z. B. genügt es nach der Thora, daß wir ein gewisses Maß unseres Vermögens zur Unterstützung der Armen und zu anderen Wohltätigkeitszwecken verwenden, während nach den Philosophen zur Erreichung menschlicher Vollkommenheit in dieser Beziehung noch viele andere Forderungen zu erfüllen sind. Um seine Tapferkeit zu bekunden, genügt es nach der Thora, die Todesfurcht zu überwinden und sein Leben hinzugeben, wo es sich um Götzendienst, Mord und Blutschände, und nur in Zeiten der Glaubensverfolgung auch da, wo es sich um minder wichtige Gebote handelt, während nach den Forderungen der spekulativen Ethik im Kriege

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