Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 441 (sequence 23)
- Language
- German
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Die Familie Scbemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie. 44t frommer Männer beweist, der mit der Gottheit in Verbindung stehende Israelit infolge der über ihm waltenden göttlichen Vorsehung imstande, das Naturgesetz aufzuheben und Zeichen und Wunder zu verrichten. In gewissem Sinne kann man dies sogar von jedem Israeliten behaupten, denn der an die Befolgung oder Nichtbefolgung der göttliehen Gebote geknüpfte Segen oder Fluch kann doch nicht als eine natürliche Folge dieser Handlungen, sondern muß als eine übernatürliche Wirkung betrachtet werden, die mit allen von den Philosophen erwähnten sittlichen Vorzügen nicht erreicht werden kann. In diesem Sinne hat auch Nachmanides1) und vor ihm schon Maimonides in seinem Sendschreiben Über die Wiederbelebung der Todten*) gesagt, daß die Thora aus lauter Wundern bestehe. Durch die Thora und die Ausübung ihrer Gebote gelangt der Israelit, wie bereits bemerkt wurde, auch zur Fortdauer in einem anderen Leben, über das sich die Philosophen in ihren fast zweitausendjährigen Forschungen nicht verständigen konnten. Ebenso verhält es sich auch mit dem wissenschaftlichen Denken des Philosophen, das ihn wohl zu menschlicher Vollkommenheit, aber zu keiner über diese hinausgehenden Stufe führt. Von Allen, die sich seit Aristoteles in aller Ruhe und Gemächlichkeit mit der zur höchsten Vollendung emporgehobenen Wissenschaft beschäftigt haben, hat keiner die Stufe erreicht, zu der schon vor A. Hunderte und Tausende von Propheten gelangt sind und die auch viele von den Späteren, wie zum Beispiel die Männer der großen Synagoge, trotz der Leiden und Verfolgungen, denen sie ausgesetzt waren, erreicht haben* * 8)• י) Vgl. Pentateuchkommentar zu Genes. 17, 1; 46, 15; Lev. 26, 11 u. a. O. J. Perles in der Monatsschrift, Jahrg. 7, S. 129. 8) Kobez II, S. 11 col. 2: וזה ג׳ב תועלת גדולה׳ רצוני לומד היות השמיעה מחקות עניני עולמות והמרי מפסידם, ובבר זכר בתורה שהוא מופת מתמיד, ר״ל חקון הערבים עם העבודה והפסדם עם המרי, אמר והיה בך לאות ולמופת ולזרעך עד עולם• s) Vgl. auch Steinschneider in der Monatsschrift Jahrg. 32, S. 474 f.