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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 440

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 4
Article
Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
Date
1913-01-01
Page
Seite 440 (sequence 22)
Language
German
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440 Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie. stätigt; und so ist es eine von der Vernunft gebotene Pflicht, sie um ihrer Wirkung willen zu erfüllen. Ebenso ist es eine durch die Vernunft gebotene Pflicht, über die Vorschriften und die Geheimnisse der Thora nachzudenken, wenn Propheten und Erfahrung uns belehren, daß wir uns dadurch der göttlichen Fürsorge und der Unsterblichkeit würdig machen. Aristoteles hat die Prinzipien der Glück- Seligkeit richtig erkannt, nicht aber, wie man sie zu betätigen habe, weil er darin nur seiner Vernunft folgen konnte und der Belehrung durch die alle Vernunftbeweise übersteigende Offenbarung entbehrte.1) Aber nach der Ansicht unseres Autors bietet sich noch eine andere Lösung dar, der er, von der Höhe des bisher eingenommenen philosophischen Standpunktes zur vulgären Auffassung hinuntergleitend, glaubt den Vorzug geben zu sollen. Es sind, wie er meint, zwei Arten von Glückseligkeit zu unterscheiden. Die eine bezieht sich auf den Menschen in seinem natürlichen und gesellschaftlichen Leben, und diese erlangt er, wie A. lehrt, zunächst durch die in seinen Handlungen sich ausprägenden sittlichen Vorzüge und sodann durch die höchstmögliche Vollkommenheit seines vernünftigen Denkens. Diese Glück- Seligkeit ist jedoch auf das diesseitige Leben beschränkt; sie hebt den Menschen nicht über die Schranken des natürlichen Seins hinaus und vermag ihm nicht, wie bereits früher ausgeführt wurde, die Fortdauer in einem anderen Leben zu gewähren. Für diese dem Menschen als solchem zukommende Glückseligkeit bedurfte es keiner Belehrung durch die Thora und die Propheten, da hierzu die menschliehe Vernunft allein ausreicht. Die Thora will dem Israeliten vielmehr die Anleitung zu einer anderen, höheren Glück- Seligkeit geben, die durch die bloße Vernunft nicht erreichbar ist. Schon im diesseitigen Leben ist, wie das Beispiel der Propheten und anderer aus dem Talmud bekannter «) Das. S. 20 a—21 b.

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