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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 436

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 4
Article
Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
Date
1913-01-01
Page
Seite 436 (sequence 18)
Language
German
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436 Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie. der Philosophie sind nicht die Wege der Thora. In der Thora wird demjenigen, der ein Olivenmaß Unschlitt genießt, die Strafe der Ausrottung angedroht, und nach der Tradition wird als Lohn für die Befolgung des Gebots vom Vogelnest das Leben in der Ewigkeit verheißen. Daß scheinbar so geringfügige Dinge auf das Schicksal des Menschen einen so bestimmenden Einfluß ausüben sollen, das kann vermittelst der Vernunft und der Philosophie nicht begriffen werden. Ebenso geht nach der Tradition derjenige des Anteils am künftigen Leben verlustig, der die Wiederbelebung der Todten leugnet, während doch von den Philosophen, z. B. von Aristoteles, die Wiederkehr des Menschen bestritten wird.1) In Übereinstimmung mit A. nahmen auch die jüdisehen Gelehrten, die sich mit der Philosophie beschäftigten, an, daß die höchste Glückseligkeit des Menschen in der Vervollkommnung seiner ethischen und intellektuellen Verzüge bestehe, und zwar so, daß sie mit A. in den ethischen Vorzügen wieder ein Mittel zur Erlangung der intellektuellen erblicken2), so daß im letzten Grunde die ג) K. E. S. 18a. In der Schrift: De generatione et corruptione, auf die sich Josef hier beruft, wird diese Frage von A. nicht behandelt; wohl aber wird sie gestreift De anima 1,3.407, b. 13 ff. Während A. in den Schriften aus seinen jüngeren Jahren, wie z. B. im Dialog Eudemos (vgl. J. Bernays, Die Dialoge des Aristoteles, S. 25 f.), die platonischen Lehren über das vorweltliche Dasein der Seele, ihre Einkerkerung in den Körper, ihre Rückkehr zu einem höheren Dasein wiedeiholte, ist ihm mit der selbständigen Ausbildung seines Systems vieles an diesen Annahmen zweifelhaft geworden. Nachdem er die Beziehung von Leib und Seele als eine wesentliche, die Seele als Entelechie des Leibes begriffen hatte, nachdem er sich überzeugt hatte, daß jede Seele ihr eigentümliches Organ brauche und keine ohne ein solches wirksam sein könne, mußte ihm nicht allein die Seelenwanderung als eine Fabel erscheinen, sondern auch die Vor- Stellungen über Präexistenz und Unsterblichkeit lassen sich in der platonischen Form nicht mehr festhalten (Zeller II, 2*. S. 602 f.). a) More III, cap. 54 (Guide III, S. 461 f.). Vgl. Zeller, II, 2 » S. 614,

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