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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 435

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 4
Article
Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
Date
1913-01-01
Page
Seite 435 (sequence 17)
Language
German
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Die Familie Scheintob in ihren Beziehungen zur Philosophie. 435 Denken eine gewisse Ähnlichkeit mit den getrennten Inteiligenzen hat, will nicht sagen, daß das Denken des Menschen ewig sei wie das der getrennten Intelligenzen, denn ein Ding kann einem anderen ähnlich sein nach dem Maße der in ihm liegenden Möglichkeit und braucht es deshalb nicht in jeder Beziehung zu sein. Es ist endlich auch nicht zutreffend, daß die Denktätigkeit zwecklos wäre, wenn sie auf das leibliche Leben keinen Einfluß hätte, denn die Denktätigkeit ist nicht um des leiblichen Lebens willen, sondern dieses ist umgekehrt um der Denktätigkeit willen da, abgesehen davon, daß auch das leibliche Leben in Verbindung mit der Denktätigkeit besser als ohne sie ist.1) So giebt es, da auch die anderen von Gersonides dargelegten Argumente sich als unhaltbar erweisen, keinerlei Begründung für die Annahme, daß nach A. die aus der Erkenntnis fließende Glückseligkeit ewig sei und nach dem Tode fortdauere. Die Thora ist es vielmehr, die uns diese höchste Vollkommenheit, die unvergleichliche und alles andere übertreffende Freude im Fortleben nach dem Tode verleiht, und im Anschluß an die Thora, die uns diesem Ziel entgegenführt, müssen wir die höchste Glückseligkeit erblicken. Wie im platonischen Staat die Vollkommensten die Herren und Führer sind, die anderen aber, die Dienenden, um dieser Vollkommenen willen da sind, so sind auch die Anhänger der Thora die wahrhaft Glückseligen, um derentwillen die anderen Menschen da sind; diese sind als die Schale und Israel als die Frucht der Menschheit zu betrachten.2) Ist aber die höchste auch nach dem Tode noch fortdauernde Glückseligkeit nur durch die Thora zu erreichen, so können uns die Philosophen, die weder in der Erkenntnis noch im Handeln auf den Wegen der Thora wandeln, zu dieser Glückseligkeit nicht anleiten. Die Wege J) K. E. S. 16 a—18a. s) Vgl. Kusari I, 95 f. 28*

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