Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 431 (sequence 13)
- Language
- German
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Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie. 431 Fürsorge findet in seinem System keinen Raum; jene Fürsorge der Götter, von der an unserer Stelle die Rede ist,1) muß daher, wenn wir diesen Ausdruck aus der populären in die wissenschaftliche Sprache übertragen, mit der natürliehen Wirkung des vernünftigen Lebens zusammenfallen.2 *) Wie Josef b. Schemtob im Vorhergehenden zu zeigen versucht hat, daß dem A. mit Unrecht eine Leugnung der göttlichen Providenz über die menschlichen Individuen zugeschrieben worden sei, so will er jetzt den Nachweis führen, daß nach A. die Glückseligkeit des Menschen zwar von der Fähigkeit seiner Vernunft bedingt sei, daß dagegen kein Beweis dafür vorliege, daß A. diese Glückseligkeit auch auf das Leben nach dem Tode ausgedehnt und die Unsterblichkeit des Menschen auf seine Vernunfttätigkeit begründet habe. Als Vertreter der von ihm bestrittenen Auffassung der aristotelischen Lehre führt er den Gersonides an, der sich in seinem Kommentar zum Kompendium des Averroes über das Buch von der Seele8) und in dem ersten Buch der »Gotteskriege« mit dieser Frage beschäftigt und die Behauptung, daß in dem Verlangen der Seele nach der Spekulation und in der dem Menschen verliehenen Anläge zu den Vernunfterkenntnissen ein Beweis für die Un- Sterblichkeit der Seele zu erblicken sei, in folgender Weise zu begründen versucht habe.4 *) Wenn die Vernunfterkenntnisse auf die menschliche Glückseligkeit oder auf das Fortleben der Vernunft keinen Einfluß hätten, so wären sie ohne jeden Nutzen. Denn ihr Nutzen kann sich doch nur entweder auf die menschliche Glückseligkeit oder auf {teßv YivsTo«, hatte Josef widergegeben: כי אם אמנם קצת מחשבות ,האל הוא על דברת בני האדם ג) Zeller II, 2 י, S. 791. ף Das. S. 617, Anm. 2. *) Vgl. darüber Steinschneider HÜs. S. 147. 4) Wir geben die im K. E. völlig korrumpierte Stelle nach ihrem Wortlaut in Milchamot I, cap. 4 wieder.