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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 423

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 4
Article
Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
Date
1913-01-01
Page
Seite 423 (sequence 5)
Language
German
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Die Familie Schemtob in Ihren Beziehungen zur Philosophie. 423 Talmud von der griechischen Wissenschaft ausgesagt wird, kann aber gar nicht auf die aristotelische Philosophie, sondern muß auf die griechische Redekunst, die griechische Poesie oder Ähnliches bezogen werden1). Das Problem der menschlichen Glückseligkeit, das, durch die Ausführungen des Aristoteles in der nikomachisehen Ethik angeregt, für Josef ben Schemtob im Mittelpunkt seines philosophischen Interesses steht, bildet auch den Gegenstand, mit dem er sich in der Schrift Kebod Elohim vornehmlich beschäftigt. Sie ist, wie er am Schluß der Einleitung angibt, der Lehre vom höchsten Gut und der Vollkommenheit des Menschen gewidmet, die in der der menschlichen Natur erreichbaren Annäherung an Gottes Vollkommenheit besteht, welche als »Herrlichkeit Gottes« bezeichnet wird8). Die Vollkommenheit eines jeden geschaffenen Dinges, so führt er in der Einleitung aus, ist bedingt von dem Maße seiner Ähnlichkeit mit der von ihm in seinem Urheber vorhandenen Idee, dar es gewissermaßen sein Dasein verdankt. Da nun in Gott die Ideen aller Dinge in absoluter Einheit und Einfachheit vorhanden sind, so ist die Vollkommenheit jedes Dinges von seiner Ähnlichkeit mit der ihm entsprechenden Idee in Gott bedingt, und es erfüllt seinen Endzweck in dem Maße, als es sich seiner Natur gemäß dieser Idee annähert. In diesem Sinne ist Gott als Endzweck des ganzen Universums bezeichnet worden, womit auch Maimonides übereinstimmt, indem er den Willen Gottes als den alleinigen Endzweck des Universums gelten läßt®), was eben nichts anderes sagen will, als daß der Endzweck der in der Außenwelt existierenden Form darin besteht, der in Gott existierenden gedachten Form נ) K. E. S. 28 a f. *) K. E. S. 4 b. >) More 111, cap. 13 (Guide III, S. 91).

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