Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 422 (sequence 4)
- Language
- German
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422 Die Familie Schemlob in ihren Beziehungen zur Philosophie. trauten Lehrern übergeben werde, die ihr bei bedenklichen Stellen die Anleitung geben könnten, wie die sich erhebenden Zweifel im Einklang mit den überlieferten Lehren zu lösen sind. Da aber Gelehrte, die dieser Aufgabe gewachsen wären, nur schwer und in seinem Lande überhaupt nicht zu finden sind, so hat er die Absicht, eine Schrift zu verfassen, in der alle Stellen im Aristoteles, die mit der Thora im Widerspruch stehen, genau angegeben werden sollen zugleich mit einem Hinweis auf die früheren Schriftsteller, bei denen man eine Aufklärung über diese Fragen finden könne. Das würde den in diesen Wissenschaften Forschenden von gleichem Nutzen sein, wie dem Seefahrer ein Verzeichnis der für die Schiffe gefährlichen Stellen und eine Anweisung, wie man diese Stellen vermeiden könne1). Dagegen weist er mit aller Bestimmtheit die auch von seinem Vater in der Einleitung zum Emunot vertretene Ansicht zurück, daß das Verbot des Talmuds, die Kinder in der griechischen Wissenschaft zu unterrichten2), auf die eigentliche Wissenschaft, wie auf die Logik, die Physik, die Metaphysik und dgl., zu beziehen sei. Die Wissenschaft an sich ist ja überhaupt nicht mehr griechisch, als sie egyptisch ist, sondern etwas allgemein Menschliches; es sei denn, man hätte sie griechisch genannt, weil Aristoteles, ihr hervorragendster Vertreter, ein Grieche war. Was sonst im ') K. E. S. 28a f. An einer früheren Stelle (S. 23 a) führt er eine von ihm unter dem Titel: עין הקורא verfaßte und für die Prediger seiner Zeit bestimmte Schrift an, in der er, ähnlich wie sein Vater am Anfang des Emunot, seine Bedenken geäußert habe gegen die Tendenz, eine Übereinstimmung der Religion mit der Philosophie nachzuweisen. Die Vorrede dieser von Josef auch in seinem Kommentar zum מאמר אפשרות הדבקות zitierten Schrift (vgl. Steinschneider, Monatsschrift 32, S. 467.A und S. 476) ist von Jeliinek im קונטרס המפתח S. 30—32 ab■ gedruckt worden. Eine Stelle aus dieser Schrift wird in Mose Alaskars השגות, S. 7 a angeführt. *) Vgl. Talmud b. Baba kamma, Fol. 62 b f. Ebenso mißver• standen sei der talmudische Ausspruch (Talm. b. Berachot, Fol. 28 b): .מנעו בניכם מן ההגיון