Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Eine unbekannte jüdische Sekte
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 410 (sequence 17)
- Language
- German
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410 Eine unbekannte jüdische Sekte. Reinheit beim Betreten der heiligen Stadt — 12, 2 — widerspricht, wenn man nicht die von mir z. St. gegebene Erklärung akzeptiert, wonach nur vom Tempelberg die Rede ist, nicht allein der Ansicht der Halachah sondern auch der der Karäer, die gleichfalls das Betreten der heiligen Stadt einem בעל קרי gestatten. Bezüglich der Speisegesetze findet eine Übereinstimmung zwischen den Karäern und unserem Verfasser statt. Sie verbieten das Fischblut* 1), das nach Ansicht der Halachah gestattet ist, obwohl, wie S. 170 bemerkt wurde, es nicht unwahrscheinlich ist, daß die alte Halachah gleichfalls diesen erschwerenden Standpunkt vertrat. Dagegen weiß unsere Schrift nichts von einer besonderen Art »des Sammlens«, אסיפה, für Fische, worauf die Karäer bestehen und ebenso wenig kennt sie ein Verbot des »Heuschreckenblutes« דם חגבים, das nach Ansicht der Karäer verboten ist2). Bemerkenswert ist auch, daß darin sich nichts über das Verbat von Eiern findet; während die alten Karäer behaupwas mir aber doch jetzt sehr zweifelhaft erscheint. מרעיל bedeutet wohl »ganz mit Wasser zugedeckt«; eine ähnliche Ansicht wird auch Joma 78a angeführt. Die Behauptung Rogers in Journal of TheoL Stud. 1912, S. 437 ff., daß das Untertauchen beim Reinigungsbad jungen Ursprungs sei, ist entschieden falsch. Was unter טמא כבוס in 11, 22 gemeint ist, ist oben S. 102 näher erklärt. l) VgL S. 170. a) Vgl. ausführlich darüber S. 170. Über דם חג׳ herrscht unter den Karäern selbst Meinungsverschiedenheit; Anan, Gesetzbuch 67 verbietet es, obwohl er zugibt, daß er kein eigentliches Blut ist, und dies scheint auch die Ansicht Hadassis 59c zu sein, der bei der Formulierung des eigentlichen Blutverbotes wohl Fischt, aber nicht Heuschrecken, erwähnt, während Nicomedi, Schechita XVOI und Baschjatzi XVII es dem Blut der Säugetiere gleichstellen, worin sie wohl durch die entsprechende Ansicht des מבחר zu Lev.VIi, 27 beeinflußt sind. Über des Gaon Saadja Ansicht bezüglich »der Einsammlung der Heuschrecken« — vgl oben — ist noch zu vergleichen das Zitat aus Jacob b. Reubens ספר העושר bei Pinsker לקוטי קדמי, Zusätze 84, wo ausdrücklieh gesagt wird, daß nach Saadja: הארבה אעם מצטרכים 4 4 . אסיפה.