Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Eine unbekannte jüdische Sekte
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 10)
- Language
- German
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403 Eine unbekannte jüdische Sekte. gegen die Halachah, die es gestattet, überein. Aber wie schon hervorgehoben worden1) ist, darf man in diesem Verbote keine antipharisäische Tendenz erblicken, da die Pharisäer selbst darüber uneinig waren, wenigstens in alter Zeit. Wir finden nun auch bezüglich des Verhältnisses unserer Schrift zum Buche der Jubiläen die sehr bemerkenswerte Tatsache bestätigt, daß der gesetzliche Standpunkt unserer Sekte derselbe ist wie der der Standard-Halachah in all den Fällen, in denen die Häretiker, Zäddukäer, Dosithäer von ihr differi erte n. Bei den engen Beziehungen zwischen den Lehren der Falascha und denen des Buches der Jubiläen gilt das, was wir mit Bezug auf das Verhältnis unserer Schrift zu diesem Pseudepigraph fanden, auch für das zu der Halachah der Falascha2), so daß wir nicht weiter darauf einzugehen brauchen. Das Verbot der Nichtenehe bei den Falascha8) ist, wenn es nicht fremdem Einflüsse zuzuschreiben wäre — Christen, Mohammedaner und Samaritaner verbieten sie gleichfalls —, der einzige Punkt, in dem unsere Schrift mit einer Lehre der Falascha übereinstimmt, und das genügt doch sicher nicht, um einen historischen Zusammenhang zwischenunserer Sekte und diesen afrikanischen Juden anzunehmen. Oder es müßte denn auch eine Beziehung zwischen Philo und unserer Sekte bestehen, da hinsichtlich einer Halachah eine Übereinstimmung zwischen ihnen sich nachweisen läßt4). Israel zur »Sühne« gelten, womit angedeutet wird, daß Friedensopfer שלמים, zu welcher Klasse dasPassahlamm gehört, am Sabbath nicht dargebracht werden dürfen, weil sie keine Sühnopfer sind. >) Vgl. oben S. 292.!) Bezüglich der Unreinheit der Heiden bei den Falascha und unserer Sekte, vgl. oben. s) Vgl. oben. 4) Vgl. oben. 26*