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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 402

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 4
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1913-01-01
Page
Seite 402 (sequence 9)
Language
German
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402 Eine unbekannte jüdische Sekte. können, denn in dieser —:1 ,15■ ׳ — wird das Schwören bei Gott strengstens verboten. Wenn aber im Buche der Jubiläen alle Patriarchen von Mahallalel bis Noah ihre Cousinen heirateten, so darf man daraus nicht etwa folgern, daß ihm die Nichtenehe für verboten galt. Denn da diese Patriarchen die Erstgeborenen ihrer Eltern waren, so ging es doch nicht gut an, die jüngeren Geschwister vor den älteren heiraten zu lassen. Die nächste gesetzlich gestattete Verwandtenehe1) ist aber die zwischen Cousinen. Übrigens ist daran zu erinnern, daß bei den Arabern2) der erste Vetter das Vorrecht auf seine Cousine hat, und das Buch der Jubiläen setzt vielleicht eine solche Sitte auch bei den Juden voraus. Jedenfalls läßt sich nicht beweisen, daß die beiden Schriften bezüglich der Nichtenehe übereinstimmen5). Nur in Einem Punkte, im Verbote der Darbringung des Passah lamm es4) am Sabbath, stimmen sie *) Die besondere Betonung, daß alle Patriarchen Cousinen geheiratet haben, soll sicher das Verdienstliche einer solchen Ehe hervorheben, wie sie auch im Buche Tobit anempfohlen wird. Mit Rücksicht auf die entsprechende Sitte bei den Arabern — vgl. nächste Bemerkung —־ ist die Behauptung Kohuts in Geigers Jüd. Zeitschrift X, 61 und 62, der hierin persischen Einfluß erblickt, zurückzuweisen’; ob die rabbinische Empfehlung der Nichtenehe damit zusammenhängt, ist fraglich, vgl. oben. *) Vgl. Burkhardt, Bemerkungen über die Beduinen und Yahuda in der Nöldeke-Festschrift 414. *) Schwierig ist die Frage zu beantworten, warum diese Cousinenehe erst mit Mahallalel und nicht schon mit Kenan beginnt, da dieser doch auch schon eine Cousine hatte- Daß Seth und Enosch ihre Schwestern und nicht ihre Cousinen heirateten, ist vom Standpunkte der Haggadah, die von keiner Verschwägerung dieser Frommen mit den verfluchten Nachkommen Kains etwas wissen will, korrekt — vgl. meine Legends of'the Jews I, 152 aber Kenan hätte eine Enkelin von Seth ehelichen können. Es sei hier auf das kuriose Mißverständniß eines Kritikers verwiesen, der im Amer. Journal of Theol. 1911, 428 behauptet, das Buch der Jubil. schreibe die Nichtenehe vor! 4) Vgl. oben S, 292; man merke, daß im Buche der Jubiläen L, 11 die Darbringung der Sabbathopier damit begründet wird, daß sie

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