Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 379 (sequence 4)
- Language
- German
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Besprechungen. 379 lieh steht der jerusalemisch« Talmud mehr in Kontakt mit der Tosefta als der babylonische. Es ist hier jedoch große Vorsicht geboten, indem die Kritik hier mehr als sonst der Gefahr ausgesetzt ist, unge״ recht zu werden. Man müßte denn für diesen Gegenstand soviel Zeit und Mühe verwenden und solche umfassende Studien betreiben wie der Verfasser, um sich darüber ein einigermaßen richtiges, selbständiges Urteil bilden zu können. Im Nachtrag (S. 19—22) kommt Zuckermandel auf die Arbeiten von Kroehmal und Schorr im Hechaluz und Pineies5 דרכי של תורה (Wien 1861), die er vorher nicht gekannt hat, zu sprechen und meint, daß mehrere Einwendungen derselben durch seine These beseitigt sind. Hauptsächlich in Pineles, Buch fand er vieles, was mit seinen Ausführungen überein stimmt, was ihm als Beweis für die Richtigkeit seiner Arbeiten dient. Auch die zweite Selbstanzeige des Verfassers (S. 22—27) bezieht sich auf seine Ausgabe der Tosefta (erste Lieferung). Sie ist in Rahmers Literaturblatt 1877 erschienen. Die letzten zwei Selbstanzeigen (S. 27—39) haben die in den Jahren 1908 und 1909 von Zuckermandel veröffentlichten zwei Bände unter dem Titel »Tosefta, Mischna und Boraitha in ihrem Verhältnis zu einander« zum Gegen- Stande und erschienen in dieser Monatschrift 1908, resp. 1909. Die erste der populären Abhandlungen »Tosefta in ihrer Bedeutung für die Wissenschaft« (S, 40—53) ist ein Vorirag, den ,Zuckermandel im wissenschaftlichen Verein zu Trier gehalten und später in Rahmers Literaturblatt 1882 veröffentlicht hat. Hier weist der Verfasser darauf hin, daß der Talmud such in nicht jüdischen Gelehrtenkreisen das verdiente Interesse gefunden hat (Reuchlin, die beiden Buxtorfe, Pococke, Surenhusius, u. a. bis auf Wünsche), schildert in beredten Worten den Wert des Talmud für die Wissenschaft und hebt viele ethische Sätze aus demselben hervor. Obgleich der Verfasser hier auch die wichtige Stellung der Tosefta in der ialmudischen Literatur nachzuweisen sucht und von der Bedeutung seiner These und Tosefta-Ausgabe spricht, hat man doch den Eindruck, daß hier die Überschrift »Tosefta in ihrer Bedeutung« usw. nicht richtig sei und daß sie vielmehr »Der Talmud in seiner Bedeutung für die Wissenschaft« lauten müßte. Im. übrigen bietet uns diese Abhandlung sowohl als auch die darauffolgende »Schicksale des Talmud in der Zeit vom 13. bis 16. Jahrhundert« (S. 53—59, erschienen in Rahmers Literaturblatt 1873) viel Wissenswertes, und beide sind von allgemeinem Interesse. Der 3. Aufsatz »Die Familie in moralischer und rechtlicher Beziehung nach pentateuchischeu Prinzipien« (S. 60—65, erschienen in der M. t d. W. d. J. 1869) hat apologetischen Cha-