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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 3 · p. Seite 378

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1913-01-01
Page
Seite 378 (sequence 3)
Language
German
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37a Besprechungen. hat man von der palästinensischen Mischna (sc־ dem alten Mischnakodex) alles das, worin sie sich von der babylonischen sowohl in formaler als sachlicher Beziehung unterschied, in einem besonderen Kodex gesammelt, die Stellen, die gleichlautend herübergenommen waren, ausgelassen, und dieser Sammlung den Namen תוס&תא, oder Rest der Mischna שיור ף מ שנה gegeben« (S. 10). Zuckermandel demonstriert diese seine Annahme in sehr an* schaulicher Weise durch Gegenüberstellung von Tosefta S. 71, Z. 15 (Schebiit VIII, 10) und Mischna Schebiit IX, 2, deren Verschieden* heiten er durch die Verschiedenheit der geographischen Auffassung in Palästina und Babylonien erklärt. — Diese These wurde gleich nach ihrem Bekaimtwerden angegriffen, Zuckermandel ließ sich aber dadurch nicht einscbüchtern, sondern ging — durch diese angeregt — mit frischem Mut an die Ausgabe der Tosefta heran, die er unter Zugrundelegung der Erfurter und Wiener Handschriften bewerkstelligt hat. Für die großen äußeren Schwierigkeiten, mit denen er damals zu kämpfen hatte, wurde er durch zahlreiche ehrende Anerkennungen vonseiten hervorragender Gelehrter und durch Unterstützung des preußischen Kultusministeriums und der israelitischen Allianzen zu Paris und Wien entschädigt. — Daß Zuckermandel durch die Edition der Tosefta der Wissenschaft einen großen Dienst geleistet hat, unterliegt keinem Zweifel. Das zeigt schon die darauffolgende kurze Charakterisierung der beiden genannten Handschriften (S.14—15). Der hohe Wert der Erfurter Handschrift, den der Verfasser in seinem Buche »Die Erfurter Handschrift der Tosefta beschrieben und geprüft« (Berlin 1876) zur Genüge nachgewiesen hat, ist eklatant. Hier möge nur das Faktum hervorgehoben werden, daß diese Handschrift einen ganzen Abschnitt zum Traktat Makkoth enthält, der weder in den alten Ausgaben noch in dem Wiener Kodex enthalten ist. Im folgenden beschreibt Zuckermandel den Plan, nach welchem er das Werk angelegt hat, woraus hier erwähnt zu werden verdient, daß er sich nie zu einer Emendation verleiten ließ, die seiner These zu entsprechen schien. Zum Schluß dieser Abhandlung setzt sich der Verfasser mit seinen Kritikern auseinander und zitiert Schwarz’s Ansicht über die Tosefta, wonach es dem Toseftaredaktor hauptsächlich darum zu tun war, »die durch R. Jehuda ha*Naßi eliminierten und umgestalteten Mischnajoth R. Meirs in ihrer ursprüngliehen Fassung der Nachwelt zu überliefern« (S. 16). Zuckermandel hält bis auf den heutigen Tag unerschütterlich fest an seiner von uns hier ausführlich mitgeteilten Annahme über das Verhältnis von Mischna und Tosefta, für welche in letzter Zeit sich auch einige andere Fachgelehrte ausgesprochen haben. Tatsäch-

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