Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 8)
- Language
- German
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Die Familie Schemiob in ihren Beziehungen zur Philosophie. 333 eigentlichen Thema, zu der Darstellung der Lehren der Kabbala, die ihm als der Quell der heiligsten Offenbarungen gilt, und in der er eine Aufklärung über die tiefen Geheimnisse sucht, die aller menschlichen Weisheit verschlossen bleiben. Maimonides freilich habe, weil er den Philosophen anhing, die über die Kabbala handelnden Schriften unbeachtet gelassen, und er hätte sie, da es ihm an einer Überlieferung fehlte, auch nicht verstehen können1). Umso rückhaltsloser bekennt er sich zu den Lehren der Kabbala, deren Ursprung nach ihm bis in die ersteh Anfänge des Menschengeschlechts hinaufreicht. Er nimmt gläubig die angebliche Überlieferung hin, daß das Buch Rasiel dem Adam verliehen worden sei2 *), und beruft sich auf das im ספר המלבוש, das einen Teil des Buches Rasiel bildet8), enthaltene Gebet Adams4). Er hält das im Sohar erwähnte He« nochbuch für authentisch5) und die den Titel מעיין חכמה »Quelle der Weisheit« führende Schrift für ein Werk Moses6). Die kabbalistische Literatur wird von ihm in ihren echten und in ihren pseudepigraphischen Erzeugnissen in einer Ausdehnung benutzt, wie sie vielleicht bei keinem anderen Autor nachgewiesen werden kann. Manche dieser Schriften sind uns überhaupt nur aus ihrer Erwähnung bei Schemtob bekannt. Am häufigsten wird von ihm das Buch Bahir erwähnt, von dem er im Namen des von ihm als großen Kabbalisten bezeichneten R. Jizchak ha-Cohen7) berichtet, daß es aus Palästina zu den alten deutschen Kabbalisten *) Das. ill, 5, S. 23 a. *) Das. VIII, 2, S. 85 b; VIII, 3, S. 86 b. *) Das. III, 3, S. 21 a. 4) Das. VII, 11, S. 72 b. Vgl. Sepher Rasiel, S. 3a. 6) Das. III, 4, S. 21 b. 6) Das. IV, 7, S. 32 b. Diese Schrift ist vielfach als Anhang zum Sepher ha-Bahir abgedruckt. ד) Vgl. JeUinek, Beiträge zur Gesch. der Kabbala II, S. 64. Zunz, in seinen Gottesdienstlichen Vorträgen, verweist an zahlreichen Stellen für die kabbalistische Literatur auf Schemtobs Emunot.