Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 4)
- Language
- German
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Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie. 329 konsequenter, mit den anderen Ungläubigen auch das Wissen Gottes von den Einzelindividuen zu leugnen, als Gott ein solches Wissen, aber keine Einwirkung auf ihr Schicksal zuzuschreiben1). Nach Aristoteles vollzieht sich alles mit Notwendigkeit und ist die Welt ewig; Gott kennt die Einzeldinge nicht, weil sonst eine Veränderung in seinem Wissen einträte, M. aber gibt vor, an eine Schöpfung der Welt zu glauben; er lehrt, daß Gott alle Dinge vermittelst seines Wesens erkenne; er will an die Sendung von Propheten glauben, die das Volk durch die Kraft ihrer Prophetie zur Erfüllung der göttlichen Gebote anhalten. Und dennoch kümmert sich Gott um den Frommen nicht, der diese Gebote mit Aufopferung seines Lebens erfüllt, und bestraft den Sünder nicht, der alle von den Propheten erteilten Gebote Übertritt, da ja bei dem nicht zur Verbindung mit der wirkenden Intelligenz Gelangten mit dem Körper alles der Vernichtung anheimfällt* *). Endlich erhebt Schemtob Widerspruch gegen die auf Ibn Slna zurückgehende Lehre, zu der auch M. und die anderen Anhänger der Philosophie sich bekennen, daß nämlich die in der Schrift und in den Erzählungen unserer Weisen erwähnten Engel mit den getrennten Intelligenzen identisch seien. Danach sollen alle diese Intelligenzen, deren oberste Gott selber ist, da ja das trennende Prinzip der Materie bei ihnen wegfällt, eine Einheit bilden, nur daß Gott die reine Ursache ist und die anderen von ihm verursacht sind. Die unterste dieser Intelligenzen wird die wirkende Intelligenz genannt. Von ihr soll der Erguß auf Moses und die anderen Propheten ausgegangen sein, wie sie überhaupt als die Spenderin der Formen zu betrachten sei, die den Menschen zu Teil werden. Schemtob will zwar nicht bestreiten, daß es solche von aller Materie und Körperlichkeit getrennte Intelligenzen gebe, da er sich sonst *) Das. II, 2, S. 13 b. *) Das. S. 14 b; II, 4, S. 15 b.