Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 327 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie. 327 einbrechenden Leiden schutzlos ausgesetzt. Als er dann, durch Elihu darüber belehrt, weshalb er bisher der Obhut der göttlichen Vorsehung entbehrt habe, sich die Vernunfterkenntnisse angeeignet hatte und des göttlichen Ergusses teilhaftig geworden war, da nahm auch sein Geschick eine günstigere Wendung‘), ln dem bekannten Gleichnis des Maimonides, in dem das Verhalten des Menschen der Gottheit gegenüber mit dem Verhalten der Untertanen gegenüber dem im Inneren seines Palastes weilenden Herrscher verglichen wird, werden diejenigen, die sich die Lehren des Glaubens auf dem Wege der Überlieferung angeeignet haben, ohne sich durch ihre Vernunfterkenntnis von ihrer Wahrheit zu überzeugen, denjenigen gleichgestellt, die zwar bis zum Palast des Königs gelangt, aber in denselben nicht eingetreten sind. Denjenigen, die nicht nur den Palast des Königs betreten haben, sondern auch des Anblicks des Königs gewürdigt worden sind, sind nur diejenigen zu vergleichen, die, von der Erkenntnis der natürlichen Dinge zu der der göttlichen emporsteigend, sich eine vollkommene Gotteserkenntnis angeeignet haben und, aller anderen Dinge sich entschlagend, ihren Sinn auf Gott allein gerichtet halten2). Aber auch die bereits erlangte Verbindung mit Gott, in der den Menschen zu erhalten der Zweck der gottesdienstlichen Übungen ist, wird dadurch unterbrochen, daß der Mensch seine Gedanken von Gott abwendet und sich mit seinen irdischen Geschäften befasst. Während dieser Zeit wendet sich auch die Obhut der göttlichen Vorsehung, die er sich durch die Vollkommenheit seiner Erkenntnis erworben hat, von ihm ab, weil sein Intellekt in dieser Zeit nur potentiell und nicht mehr aktuell ist. So erklärt es sich, daß zuweilen auch die Propheten und die Frommen, wenn sie eben in ihrer Beschäftigung mit den göttlichen Dingen ermatten, den Anfechtungen des *) Mo 1e III, cap. 22. a) More III, cap. 51.