Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 326 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Familie Scheintot) in ihren Beziehungen zur Philosophie. Von Jakob Guttmann. (Fortsetzung.) Wir kommen nunmehr zu den Ausführungen Scherntobs über die Lehre des Maimonides von der göttlichen Vorsehung. Wie der Endzweck des Menschen nach Maimonides in der Aneignung der Vernunfterkenntnisse und in der dadurch herbeizuführenden Verbindung mit der wirkenden Intelligenz besteht, so ist auch das Walten der göttlichen Vorsehung von dem göttlichen Erguß oder von dem Erguß der wirkenden Intelligenz auf den Menschen bedingt und erstreckt sich nur auf denjenigen, der eines solchen Ergusses teilhaftig und dadurch ein intellektuelles Wesen geworden ist, und zwar je nach dem Maaß der Vernunfterkenntnisse, die er sich angeeignet hat1). Danach hat die sittliche Lebensführung des Menschen und sein Gehorsam gegen die Gebote der Thora nur insofern einen Einfluß auf das Walten der göttlichen Vorsehung über ihn, als er dadurch zur Erwerbung der Vernunfterkenntnisse angeleitet wird. Auch über die Propheten und die Frommen hat die göttliche Vorsehung nur nach dem Maaße der intellektuellen Vollkommenheitgewaltet,die sie sich angeeignet haben. Diese Auffassung glaubt Maimonides auch in der Geschichte Hiobs bestätigt zu finden. Solange Hiob der Vernunfterkenntnisse und des göttlichen Ergusses entbehrte, stand er trotz aller Frömmigkeit und Tugend nicht unter der Obhut der göttlichen Vorsehung und war deshalb den über ihn her- J) More 114 cap. 17 u. 18.