Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Makamen in der hebräischen Poesie der orientalischen Juden
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 315 (sequence 2)
- Language
- German
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Die Makamen in der hebräischen Poesie etc. 315 der hebräischen Umschreibung zu erklären.1) Ein jeder Dichter transscribirte die Namen nach Belieben oder nach der landläufigen Aussprache. Die Namen der Makamat wurden bereits im 10. bis 12. Jahrhundert von arabischen Philosophen und Wissenschaftler festgestellt. (Vgl. darüber Ambros, Geschichte der Musik I. kap. Persien; Collangettes »Musique Arabe« im Journal Asiatique 1904—8). In der allerletzten Zeit schrieb ein arabischer Musiker in Cairo, Darwisch Muhamnaed, einen Leitfaden für die arabische Musik als Einleitung zu seinem Diwane »Safaa il aukat fi ‘al£m il naghamaät,« woselbst er die jetzt im Gebrauche stehenden Makamen erläutert2 3 *). Nach seiner Orthographie sowohl als nach der eines anderen arabischen Diwan, ebenfalls in Cairo gedruckt, zitiere ich hier die Namen der Makamat in ihrer arabischen Form, Zu näherem Verständnis der Principien der Makamen sei Folgendes gegeben. Makam8) bedeutet im engen Sinne des Wortes Ton, was die orientalischen Juden mit קול übersetzen, im weiten Sinne aber bezeichnet es Tonweise oder Modus, worin Tonleiter, d. h. eine bestimmte ihm eigene Reihe von Tonstufen und Weise, eine Motivgruppe die im Volke oder In einem Stamme populär ist. Eine jede Melodie muß nach den Merkmalen eines bestimmten Makams komponiert sein. Eine neue Me״ ladie komponieren heißt eine beliebige Tongruppe und Motivgruppe der feststehenden Makamat sp zu varlieren, daß dadurch irgend eine neue Wendung entstehe. Es ist demnach klar, daß einem Musiker jede Originalität schon von vornherein völlig genommen ist. Hierin erkennt *) Vgl. Bacher im erwähnten Aufsätze; manche seiner Erklärungen sind infolge dessen ganz unhaltbar. s) Viel gründlicher und ausführlicher ist Muhammed El-Chulay in seinem Werke »il־Musika es-§arkije«. Cairo 1903. 3) Makam ^12* plur Makamat oLkjIsU, so in der Umgangs- Sprache. Vgl. El-Chulay a. a. o. S. 41.