Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 3 · p. Seite 306

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 3
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1913-01-01
Page
Seite 306 (sequence 23)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829851-2829855-2892194--40428-2892267
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

306 Eine unbekannte jüdische Sekte. Zaddukäern nicht anerkannt. Diese verwarfen daher die pharisäische Institution des ערוב, weil sie der Ansicht waren, daß der מבוי als Privatbesitz, דשות היחיד, zu betrachten sei, weswegen keine besonderen Vorrichtungen nötig waren, um das Tragen nach demselben zu ermöglichen. Geiger* 1) allerdings, gemäß seiner Theorie über »die konservativen Zaddukäer und die fortschrittlichen Pharisäer«, behauptet, daß die Verwerfung des ערוב seitens der ersteren seinen Grund darin habe, daß sie das Verbot des »Tragens« nach dem מבוי durch den ערוב nicht als aufgehoben an־ sahen2). Es ist ihm aber das Mißgeschick widerfahren, Ausdruck »Erubleugner« מי שאינו מודה בערוב in der Mischnah die Zaddukäer einschließt, und wenn — Erub. 31b — die Samaritaner darunter verstanden werden, so heißt es nur so viel wie: Samaritaner und andere Sectierer. In Babylonien gab es kaum Zaddukäer, wohl aber Samaritaner — •vgl. z. B. Gittin 45a: בי כותאי, wohl eine samaritanische Niederlassung — so daß dem Babylonier R. Chisda, der übrigens auch sonst mit samaritanischen Verhältnissen sich vertraut zeigt — Pes. 51a; Gittin a. a. O.; Sanheär. 21b — die Samaritaner als Beispiel für die Häretiker der Mischnah am Nächsten lagen. Die Frage des Talmud . . . צדוקי מאן דבר, Erub, 6Sb hebt nur die Schwierigkeit hervor, daß aus dem ersten Teile der Mischnah nicht hervorgeht, daß die Tannaim über den Status der Zaddukäer in dieser Angelegenheit verschiedener Ansichten waren, während im zweiten Absatz der Mischnah dies ohne weiteres vorausgesetzt wird. Die Schwierigkeit, die Ricchi und schon vor ihm R. Jom Tob aus Sevilla, RJTBA, an dieser Stelle des Talmud fanden, existiert gar nicht. 1) Urschrift 147-148. Nachgel. Schriften III, 290; Jüd. Zeit- Schrift II, 24 und 67 קבוצת מאמי; er wirft den Amoräern Miß verständnis der Mischnah vor, weil sie nicht bemerkten, daß in derselben מי שאינו מידת בערוב für Zaddukäer steht; nach dem in der vorhergehenden Bemerkung Gesagten, ist das Mißverständnis nicht auf der Seite der Amoräer, sondern auf der Seite Geigers. Übrigens sind ihm die oben erwähnten Bemerkungen Ricchis und RJTBAs entgangen, die schon die Frage erörtern, ob צדוקי in den »Erubleugner« einbegriffen ist. 2) Wie aber ein solcher rigoroser Beobachter des Sabbath von der Mischnah in einem Atemzug mit dem Heiden genannt werden konnte, sagt uns Geiger nicht. Es sei zugleich bemerkt, daß Geiger

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.