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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 3 · p. Seite 297

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 3
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1913-01-01
Page
Seite 297 (sequence 14)
Language
German
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 297 erst von dem Mainzer Rabbiner R. Gerson, »der Leuchte des Exils«, um die Mitte des elften Jahrhunderts erlassen. Interessant ist jedoch, daß, wie in unserer Schrift — 5, 2 — Davids, wenn auch mit schwachem Tadel wegen seiner Vielweäberei, gedacht wird, so auch in einem späteren Midrasch. »Gott, heißt es im Midrasch Tehillim VII, 63, sprach zu David: Wie, mit Saul willst du dich vergleichen? Saul hatte nur ein Kebsweib, du aber nähmest viele Frauen und viele Kebsweiber1).« Außer David wird noch eine andere hervorragende biblische Persönlichkeit wegen Polygamie getadelt, nämlich Elkanah, dem sein prophetischer Beruf2) nichts half gegen eine scharfe Zensur der Haggadah3). Sogar die Berufung unserer Schrift — 4, 21 — auf Gen. 1, 27 zum Beweise dafür, daß die Bibel Polygamie verwirft, findet sich nicht allein im Neuen Text, worauf schon Schechter z. St. aufmerksam machte4), sondern in etwas verschiedener Form auch in der midraschischen Literatur, wo aus diesem Verse die Verwerflichkeit der Polyandrie bewiesen wird. »Joseph, heißt es im Midrasch Abkir5), sprach zur Frau des Potiphar: Als Gott die Welt schuf, da schuf er nicht zwei Männer und eine Frau, sondern Männlein und Weiblein schuf er sie.« Die erwähnten Aussagen in den Midraschim beweisen natürlich nichts für die Verwer- *) Die Abschreiber scheuten sich, harte Worte gegen David zu gebrauchen, und versuchten daher den Text des Midrasch zu einen־ dieren; vgl. die Varianten bei Buber. a) Seder Olam R.; Sifre Deut. 342 und Mid. Sehern. VIII, 96; tannaitische Quellen sind merkwürdigerweise Buber z. St. entgangen. *) Midr. Sehern. I, 44 und Pesikta r. XVIII, 181b; die einzige Entschuldigung, die für Elkanah vorgebracht wird, ist die lange — neunzehnjährige; Pesikta a. a. O. — Kinderlosigkeit Hannas, die ihren Mann zur zweiten Ehe bewog; vgl. Midr. Sehern, und Pesikta a. a. O. 4) Anm. 5 zu Kap. VII, wo Matth. 21 ein Druckfehler ist für Matth. 19, 4 Marcus X, 6.^ *) Vgl. Neubauer, RliJ. XIV, 110, der dieses Zitat aus dem verschollenen Midrasch Abkir nach einer handschriftlichen Notiz mitteilte•

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