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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 3 · p. Seite 289

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 3
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1913-01-01
Page
Seite 289 (sequence 6)
Language
German
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Eine nabekannte jüdische Sekte. 289 führten, zu verdanken. Diese hatten die Aufgabe herauszufinden, ob die Tiere frei von körperlichen Fehlern sind, während dem מבקר der Sekte es oblag, darauf zu achten, ob die Gemeindemitglieder frei von seelischen Fehlern sind. Sogar manche Funktion des מבקר ist nichts anders, als was in rabbinischen Quellen als die Aufgabe des Gelehrten bezeichnet wird; auf die Anweisungen des מבקר erklärt der Priester den Aussätzigen für rein oder unrein — 15,5 — und ebenso ist es der Gelehrte, der nach einer Behauptung Hillels1), dem Priester die Anweisungen erteilt, worauf jener den Aussätzigen für rein beziehungsweise unrein erklärt. Wie die Leiter der Gemeinde solche sind, die wir auch sonst bei den Juden antreffen, so bietet auch die Einteilung der Gemeinde in vier Abteilungen, Priester, Leviten, Israeliten und Proselyten —■ 14, 5 — nichts neues, wie z. St. näher nachgewiesen ist. * * % Die Resultate, die sich aus diesen Einzeluntersuchungen über das Verhältnis unserer Schrift zu der Halachah ergeben, lassen sich kurz wie folgt zusammenfassen: Mit Bezug auf die sehr zahlreichen und wichtigen Sabbath- Vorschriften befindet sich unsere Schrift in voller Harmonie mit der Halachah, und, was dabei noch besonders beachtenswert ist, ist die Tatsache, daß die meisten dieser Vorschriften solche sind, die der halachischen Tradition als rabbinisch gelten. Ob der in den rabbinischen Quellen scharf formulierte Unterschied zwischen biblischen und rabbinischen Gesetzen auch von unserem Verfasser anerkannt wird, äst zwar fraglich, jedoch darf man wohl darauf hinweäsen, daß *) Bezw. seiner Lehrer, vgl. Tosefta Negairn I, Ende und Jer. Pess. VI, 33 a; die Worte ואם פתי in unserer Schrift entsprechen dem שוטה in der rabbinischen Quelle, wonach also zu übersetzen ist: auch wenn der Priester ein Tor ist. Möglich wäre auch, daß פתי wie שוטה »wörtliche« Übersetzungen von 1 הדיוטSlcot7)<; ist, das im Jüdisch- Aramäischen soviel wie Laie, im Gegensatz zu חכם ist. Monatsschrift, 57. Jahrgang. 19

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