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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 3 · p. Seite 288

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 3
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1913-01-01
Page
Seite 288 (sequence 5)
Language
German
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288 Eine unbekannte jüdische Sekte. binischer Tradition auf eine Verordnung Ezras zurückgeht1 * * IV, * * * * IX,) Ferner wird — 11, 23 — in Nachahmung einer Tempel- Zeremonie Trompetenschall am Ende des Gottesdienstes vorgeschrieben2). Auch für viele der wesentlichen Eigentümlichkeiten der Gemeindeverfassung findet sich Entsprechendes in der sonstigen Gemeindeordnung der Juden. »Der im Buche der Erklärung gelehrte Priester« כהן מכונן בספר ההגו, der an der Spitze des Gerichtes steht — 13, 2 — hat seinen Doppelgänger in dem »Gelehrten des Gerichtes« מופלא של בית דין, dessen Anwesenheit absolut notwendig ist — Horajot I, 4 — um den gerichtlichen Entscheidungen Autorität zu verleihen. Ja sogar »der Censor« מבקר, der eigentliche Leiter der Gemeinde, hat sicher seinen Namen den Tempelbeamten, welche die Makellosigkeit der Opfertiere zu untersuchen hatten und die den Namen 3מבקרי מימין) *) Vgl. Berach. 22b und ausführlich darüber Bloch שערי תורת 137—120 ,1 התקנות. 8) Über die richtige Erklärung dieser Stelle vgl. S. 102 ff. Mit dem Trompetensignal am Ein- und Ausgang des Sabbath — vgl. oben — hat sie sicher nichts zu tun, da ausdrücklich gesagt wird .ולא ישביתו את העבודה♦ Übrigens kann יתקדם ebensowenig Eingang wie יתאחד Ausgang bedeuten. s) Ketubbot 10, 6; Midr. Schir ha-Schir. R. zu III, 7; Schekal. IV, 3; 48a; Philo, Einzelgesetze I, 166; ed. Mang. II, 238. Besonders lehrreich für das Verhältnis des מבקר zu diesen מ׳ מומים sind die Worte Philos, daß eine Auslese der edelsten und angesehensten Priester dieses Amt bekleidete, wonach wohl מבקר ein hoher Titel war und daher von unserer Sekte mit Vorliebe gebraucht wurde. Mit dem römischen Censor hat der מבקר nur zufällig denselben Namen gemein; ihre Ämter sind gänzlich verschieden, vgl. auch I Clemensbrief V, 41, der wohl auf Philo zurückgeht. Der Gemeindeverwalter wird auch משכיל genannt, wie zu 12, 2 näher nachgewiesen ist, und, obwohl er als Gelehrtentitel erst bei den Karäern sich nachweisen läßt, so ist doch nicht zu übersehen, daß schon der Talmud, B. b. 8 b unter משכילים in Dan. XII, 3 gerechte Richter versteht. Mit Bezug auf die S. 67 besprochenen ברורים wäre noch auf I Chron. IX, 22 und XVI, 41 zu verweisen, wo schon das Wort in der von unserer Schrift gebrauchten Bedeutung vorkommt.

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