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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 3 · p. Seite 287

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 3
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1913-01-01
Page
Seite 287 (sequence 4)
Language
German
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 287 IV, 80b — das Töten eines Heiden nur aus Notwehr1 2) ge״ stattet Interessant ist auch, daß die Annahme von Almosen und Gaben für wohltätige Zwecke von unserer Schrift verboten wird, wie auch die talmudischen Quellen es als eine »unaussprechliche«8) Sünde ansehen. Mehr zum Verwaltungsrecht als zum eigentlichen Gesetze gehörig ist auch die Vorschrift — 9, 15 — daß Funde, deren rechtmäßige Besitzer nicht ausfindig gemacht werden können, den Priestern zufallen. Die rabbinische3) Tradition kennt zwar keine solche Verordnung. Aber nach dem Grundsätze4) הפקר בית דין הפקר ist vom Standpunkte der Halachah gegen eine solche Gemeindeordnung nichts einzuwenden, besonders da sie nach dem Muster eines biblichen Gesetzes — Num. V, 8 — gemodelt ist. Lehrreich für das Verhältnis unserer Schrift zur Halachah ist die Tatsache, daß die beiden Vorschriften, welche in derselben über den Gottesdienst der Sekte gegeben sind, ähnlichen Gebräuchen in Tempel und Synagoge entsprechen. Der Unreine5 * *) wird — 11, 22 — von der Teilnahme am Synagogengottesdienst ausgeschlossen, was nach rab- *) Vgl. 11, 15, wo הון ובצע als Gegensatz zu נפשות steht, und ebenso ist es an dieser Stelle, wie schon Schechter richtig bemerkt. 2) Vgl. Sanh. 26b, wo nach einer alten Erklärung — Aruch s. v. ־־־־ דבר diese Sünde als דבר אחר bezeichnet wird. s) Wohl aber die Karäer, vgl. weiter unten. 4) Gittin 36b; dieser Grundsatz ermöglicht jede Verordnung, so lange sie nicht ins religiöse Recht eingreift. 5) Was den Ausdruck טמא בבום anbetrifft, so wäre auf Pes. R. XII, 58b oben zu verweisen, wo von ז׳ כבוסים die Rede ist; vgl. jedoch R. Eiiah Wilna in seinem Kommentar zu Num. XIX, 4, nach dessen Erklärung diese Stelle sagen will, daß mit Bezug auf die rote Kuh sieben Waschungen כבוסים in der Schrift erwähnt sind. Daß etwa unsre Schrift für manche Unreinheiten nur Waschen, aber nicht Baden erfordert, wie die Karäer behaupten, ist mit Rücksicht auf 10, 10 ff. höchst unwahrscheinlich. Außerdem würden wir טמא רחיצה erwarten und nicht כבוס % wie auch die Karäer רחיצה als Gegensatz zu טבילה gebrauchen.

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