Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jakob Polak, der Baal Chillukim in Krakau und seine Zeit
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 9)
- Language
- German
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204 Jakob Polak, der Baal Chiliukim in Krakau, und seine Zeit. folgten Tode. Sein Nachfolger im Amte war Dr. Moses Fischei, der Sohn Franczeks und Enkel Moses Fischeis und der Rachel Mojzeszowa. Anders als dem Ascher Lerne], erging es dem Jakob Polak. Er konnte seinen deutschen und italienischen Berufskollegen ihr Vorgehen nicht verzeihen und benützte jede Gelegenheit, um ihnen mit gleicher Münze zu be* zahlen. Bald fand er Anlaß, seine Meinung gegen den Sohn seines Gegners Abraham Münz in Padua auszusprechen. In Bologna gab ein Jude dem anderen 12.000 fl. zum Aufbewahren, und als er sie zurückverlangte, wurde ihm die Rückgabe verweigert. Die Sache kam vor den Rabbiner Abraham Münz in Padua, der sein Gutachten abgab. Die verurteilte Partei appellierte an andere räbbinische Autoritäten, und so kam die Angelegenheit vor Jakob Polak. Von theoretischen Auseinandersetzungen kam es zu Beschimpfungen, bis Jakob Polak den B a n n gegen Münz schleuderte. Den Bann Unterzeichneten außer Jakob die Gelehrten Samuel, Sohn des Pinkas Halevy und Dr. Moses Fischei, der nachmalige Rabbiner1). Kaum verstrich ein Jahr, und schon hatte Jakob Polak eine neue Affaire. In Krakau lebte der Leibchirurgus der Königin Bona, Namens Samuel, der in näheren Verhältnissen zu einem Kaufmann Moses und seiner Frau Klara stand. So lesen wir in den Schloßakten von Krakau (Vol. 36 fol. 502) daß »Judaei: Samuel Chirurgus reginalis majestatis, Moyses, Ciarae maritus, Arahias, doctor de Kazimiria« für einen Moses aus Myälenice die Haftung übernehmen, daß derselbe vor Gericht erscheinen werde. Ein anderes Mal (Vol. 36 S. 525) lesen wir von einem gemeinsamen Geschäft, welches Moses, Sohn Fran- ') Der Bann Polaks gegen Abraham Münz, abgedruckt bei E i s e n s t a d t: דעת קדושים tertia paginatio 1—17. Dortselbst die: Ursache des Bannes S. 47 u. 69 angegeben.