Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jakob Polak, der Baal Chillukim in Krakau und seine Zeit
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 6)
- Language
- German
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Jakob Polak, der Baal Chillukim in Krakan, und seine Zeit. 201 Im Jahre 1503 (21. VI.) erhielt er die Ernennung zum Rabbiner, nur enthielt das Ernennungsdekret keine Angäbe, wo eigentlich er sein Amt ausüben sollte; es macht den Eindruck, daß es sich hier nicht um eine Gemeinde (Kazimierz), sondern um einen Kreis, oder gar um ein Landesrabbinat handelt. Die Titelnotiz in den Regesten der Kronmatrikel lautet: »Creatio Jacob Polak in doctorem Judaeoru m«. Der König weiß die großen Kenntnisse Polaks zu schätzen — quomodo attenta pericie in litteris hebraicis Iegisque Mo* saicae — und ernennt ihn deshalb zum Doktor der Juden — ipsum in doktorem Judaeorum promovimus — überträgt ihm die Gewalt, Händel unter den Juden zu schlichten, in Streitfällen Urteile zu sprechen, Ausschreitungen einzudämmen und Sitten zu bessern — (ut . . . dissensiones ... per suffragium decidet, altricationes dirimat, excessus corrigat, moresque reformet). Zuletzt befiehlt der König allen Juden, dem Jakob zu gehorchen und ihn als ihren Rabbiner anzuerkennen — (quatinus eundem Judaeumjacob pro doctore legis vestrae hab e a t i s s i b i q u e (!) o b o e d i a t i s, a c q u i 1 i b e t v e st rum... oboed iat ac intendat)1). Jakobs Rabbinatsdipiom ist das älteste von den uns bekannten in Polen. Im Jahre 1505 schenkte Rachel, die inzwischen Witwe wurde, (zusammen mit ihrem Sohne Franczek) — dem Jakob ein Haus, welches (zwischen) dem Hause Stephan Fischeis und ihrem eigenen, zweiten lag. Sie gab es ihm und seiner Frau Ester unter der Bedingung, daß sie es an keinen Adeligen oder Geistlichen veräußern dürfen. Um diese Zeit fiel die Scheidungsaf faire von Polaks Schwägerin, der Frau Hendel, über die Kircheim an Graetz berichtete. Poiak erklärte die Ehe seiner Schwä- J) Centralarchiv in Warschau. Metrices Regni Vol. 19, Folio 109.