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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 2 · p. Seite 194

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 2
Article
Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
Date
1913-01-01
Page
Seite 194 (sequence 18)
Language
German
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194 Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie. hätten auch auf Täuschung beruhen können; die Wunder in der Zeit der WQstenwanderung seien vielmehr nur erfolgt, wenn irgend ein Bedürfnis es erheischte1). Die Wunder sind nach Maimonides eine nur vorübergehende, beim Beginn der Schöpfung vorausbestimmte Änderung der Natur, die dann wieder zu ihrem gewöhnlichen Zustand zurückkehrt, wofür er sich auf den Satz unserer Weisen beruft, daß die Welt ihren gewohnten Gang geht2). Danach können die Wunder nicht als Beweis für den das Naturgesetz durchbrechenden Auszug aus Ägypten, für die Zeitlichkeit der Schöpfung, für die Thora und die Propheten gelten8). Wenn aber die von den Propheten berichteten Zeichen und Wunder kein Beweis für die Wahrheit der Thora sind, und wenn auch der Glaube an die Sendung Moses sich nicht auf solche Zeichen und Wunder gründete, wie ist es zu erklären, daß sich der Glaube an die Thora und die Propheten auch auf die späteren Geschlechter fortgepflanzt hat und selbst von den anderen Völkern angenommen worden ist4)? Nach Maimonides ist das israelitische Volk auch am Sinai nicht zur Stufe der Prophetie emporgestiegen5). Wenn es im Talmud heißt, daß das Volk die beiden ersten der sinaitischen Worte aus dem Munde Gottes vernommen habe6), so ist das nach Maimonides so zu verstehen, daß die Erkenntnis der beiden in ihnen enthaltenen Grundlehren, nämlich der Existenz und der Einheit Gottes, weil sie nur durch die menschliche Vernunft erfaßt werden könnten* * die Einleitung zum zweiten Buch als erstes Kapitel gezählt wird* rücken infolgedessen die Kapitel dieses Buches immer um eine Zahl hinauf, was Steinschneider, Hebr. Übers. S. 429 entgangen ist. Im Emunot wird hier falsch II, cap. 40 zitiert.) *) Jessode Thora VIII, 1. a) More II, cap. 29 (Charisi, cap. 30). >) Emunot II, 1, S. 7 b f. *) Das. II, 1, S. 11b; vgl. III, 1, S. 16b. «) Das. vgl. VIII, 12, S. 96 b, *) Talm. b. Makkot, fol. 24a.

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