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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 2 · p. Seite 195

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 2
Article
Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
Date
1913-01-01
Page
Seite 195 (sequence 19)
Language
German
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Die Familie Schemiob in ihren Beziehungen zur Philosophie. 195 dem Volke und Moses in gleicher Weise zu teil geworden seien, denn in dem, was durch Vernunftbeweise erkannt wird, gibt es keinen Unterschied zwischen den Propheten und anderen Menschen1 * *). So gründet ja auch Maimonides seinen Beweis für das Dasein Gottes auf die beständige Bewegung der Sphäre, die einen ewigen, unkörperlichen Beweger voraussetze, und diese Erkenntnis bezeichnet er als ein Pflichtgebot, das in dem sinaitischen Worte אנכי ד׳ אלהיך enthalten sei8). Danach bedurfte es also keiner prophetischen Offenbarung zur Verkündigung des israelitischen Gottesglaubens, sondern es genügte die aristotelische Lehre von der Ewigkeit der Bewegung, um uns auch ohne den Glauben an die Göttlichkeit der Thora zur Annahme eines ewigen, unkörperlichen Bewegers anzuleiten, der die Ursache aller Dinge und auch des Auszugs aus Ägypten ist8). Der Glaube an die Thora und die Prophetie wird aber in Wahrheit durch die Verbreitung dieses Glaubens und auch durch die Tradition bestätigt, die man nicht verwerfen kann, ohne zugleich die Religion zu verwerfen. Der Einwand, daß die Tradition ihre Begründung in der Vernunft habe und deshalb nicht anzuerkennen sei, wo sie der Vernunft widerstreitet, ist nicht stichhaltig; denn dann wäre die Tradition überhaupt zu verwerfen, da auch die Tradition von den Wundern der Propheten, die doch, wie die Wunder Elias und Elisas und das Wunder von dem Stillstehen der Sonne bei Josua, von dem ganzen Volk bestätigt wurden, und ebenso die Tradition in betreff der Belohnung und Bestrafung und der Wiederbelebung der Toten, der Vernunft und dem Naturgesetz widerstreitet4 *). l) More II, cap. 33 (Charisi, cap. 34). a) Jessode Thora I, 1—6. ־) Emunoi I, 2, S. 8 b. ף Das. II, 1, S. 12a. (Fortsetzung folgt.) 13*

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