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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 2 · p. Seite 185

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 2
Article
Die Familie Schemtob in ihren Beziehungen zur Philosophie
Date
1913-01-01
Page
Seite 185 (sequence 9)
Language
German
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Die Familie Schemtob in ihien* * Beziehungen zur Philosophie. 185־ miteinander vereinigen, daß sie nicht, einander entgegenwirkend, den Endzweck, die Erhaltung der Gattung, vereiteln1). Das soll der Grund sein, dem die Thora ihr Dasein verdankt. Danach wird also die Thora nicht auf einen göttlichen Urheber zurückgeführt, und wenn von einer Einwirkung der Thora auf die Führung des Menschen die Rede ist, so ist das in der Weise eines menschlichen Gesetzes gemeint. Nicht minder verwerflich erscheint ihm, was Albalag über die Unsterblichkeit der menschlichen Seele lehrt. Die Menschen, so sagt er, von Natur zum Bösen ge״ neigt, würden das Gute nicht tun und das Böse nicht meiden, wenn nicht in der Erwartung von Lohn und Strafe. Auch sind die Menschen nur das zu glauben geneigt, was sie entweder mit den Sinnen wahrnehmen können, oder wofür ihnen ein Beweis dargeboten wird, besonders wo es sich um einen Glauben handelt, der, wie der Glaube an eine Vergeltung, in Anbetracht der Leiden der Frommen und des Wohlergehens der Sünder, der Erfahrung widerstreitet. Darum mußte die Vergeltung in eine ferne Zeit, in die Zeit nach dem Tode, verlegt, und da der Leib der Verwesung anheimfällt, der Seele zugeschrieben werden. Die Vollkommenheit der menschlichen Seele besteht nach ihm in der Erlangung der Erkenntnis und ihre Unvollkommenheit in der Nichterlangung der Erkenntnis. Von dem Maß der Erkenntnis ist das Walten oder Nichtwalten der göttlichen Vorsehung über den Menschen bedingt, worin wir die Belohnung und Bestrafung zu erblicken haben2). Die Grundlehren des Glaubens sind nach ihm mit den Lehren der Philosophie identisch, nur daß sie in der Schrift in einer dem Verständnis des Volkes angepaßten Form, in der Form von Erzählungen, in der Philosophie aber in der Form von Beweisen dargestellt werden3). *) Vgl. auch Etnunot I, 3, S. 9 a. ף Em. I, 1, S. 5a. Vgl. auch VI, 7, S. 67b. *) Das.

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