Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Eine unbekannte jüdische Sekte
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 169 Stein mit Tonlehm als Aufsatz oder Untersatz ist nach Ansicht der Halachah den Gesetzen der Unreinheit unterworfen, weil sie dann als Tongefässe כלי חרש zu betrachten sind. אבנים in unserer Schrift kann natürlich nicht »Ofen« bedeuten. Nebenbei bemerkt, ist Ch. das Malheur passiert, den Ausdruck גי פטפוטים in der Mischnah a. a. O. mißzuverstehen, denn es handelt sich daselbst nicht um drei Steine, sondem um einen aus Lehm hergestellten Dreifuß. Sowenig wie Holz im Rohzustand und steinerne Gefässe unrein werden können, so wenig kann nach der Halachah irgend ein Gegenstand, der an einer Wand oder gar am Boden befestigt ist, unrein werden. Kelim XIV, 3 enthält die Regel, daß Gegenstände, die nur provisorisch am Boden befestigt sind, wie Zeltpflöcke — יתדות אהלים, nicht wie Ch. hat יהי הטשוחית, das Pflöcke, welche die Feldmesser gebrauchen, bedeutet! — u. dgl. m. der Unreinheit unterworfen sind. Unsere Schrift erklärt aber יתד ככותל »Pflöcke an der Wand« — nicht in the house, wie Ch. hat! — für unrein, was entschieden gegen die Halachah ist. Wie Pflöcke nicht unrein werden, weil sie am Boden befestigt sind, so auch nicht befestigte Nägel, während unsere Schrift auch diese für unrein hält. Kelim XII, 5 enthält eine Meinungs- Verschiedenheit zwischen R. Akäba und seinen Collegen, ob Nägel, die aus der Wand herausgezogen worden sind, um als Schlüssel u. dgl. m. gebraucht zu werden, noch ihren ursprünglichen Charakter behalten. Daß Nägel, die hineingeschlagen wurden, um etwas daran aufzuhängen, unrein sind, ist eine Behauptung, die Ch. aus der Mischnah a. a. O zitiert, die aber weder dort noch überhaupt in der rabbinischen Literatur sich befindet. Für Kenner der Halachah ist natürlich meine Ausführung ganz überflüssig, leider aber ist es in letzter Zeit üblich geworden über Halachah zu schreiben, ohne auch nur mit deren elementarsten Begriffen vertraut zu sein, und ich hielt es darum für angebracht, die Gelehrsamkeit »dieser Halachisten« ein