Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 2 · p. Seite 168

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 2
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1913-01-01
Page
Seite 168 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829851-2829854-2892037--40275-2892101
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

168 Eine unbekannte jüdische Sekte. יתערב kaum von יתערב zu unterscheiden — für יתערב zu lesen ist. Dies Verbot richtete sich dann gegen die freiwillige Teilnahme am Kriege am Sabbat. Das »freiwillige« מרצונו ist besonders hervorgehoben, da wohl häufig die heidnische Obrigkeit einen jüdischen Soldaten zu einer solchen Entweihung des Sabbaths zwang.. Der Gebrauch des Hithpaels von ערך läßt sich freilich nicht belegen, aber von מערכה »Kampfreihe« ist התערך die zu erwartende Form. Im Verhältnis zu den Sabbathvorschriften ist der Rest des Gesetzes sehr stiefmütterlich behandelt, es sei denn, daß wir nur unbedeutende Bruchstücke aus dem Gesetzbuche der Sekte vor uns haben. In dem Pronunciamento gegen die Gegner — 5,6 — wird diesen vorgeworfen, daß »sie mit den Menstruierenden Umgang haben« ושוכבים עם הרואה את דם זוכה, bei der Unbestimmtheit dieser Anklage aber läßt sich die ihr zu Grunde liegende halachische Differenz zwischen der Sekte und ihren Gegnern nicht genauer bestimmen1). An einer anderen Stelle — 12, 1 — wird der eheliche Umgang in »der Stadt des Heiligtums« verboten, worunter wohl der Tempelberg gemeint ist, für welchen Ort auch die Halachah diesen Grad der Heiligkeit verlangt, wie z. St. bemerkt worden ist. Wichtig für die Geschichte der Halachah ist die Lehre in unserer Schrift — 12, 15 bis 18 —, daß Stein, Holz und Erde levitische Unreinheit annehmen, worin sie wohl mit Targ. Jer., aber nicht mit den talmudischen Quellen übereinstimmt. Was Charles z. St. aus der Mischnah beibringt, hat dagegen nichts mit der uns beschäftigenden Frage zu tun. Kelim XII, 6 — nicht 7 wie Ch. schreibt! •— spricht von noch nicht ganz fertigen Gefässen aus Holz, unsere Schrift von עצים, d. i. Holz als Rohmaterial. Kelim VI, 1 hat das biblische Gesetz über die Unreinheit der Öfen — Lev. XV, 35 — zum Gegenstand; *) Natürlich handelt es sich nur um eine verschiedene Auffassung des biblischen Gesetzes über die זבה und nicht um die Verbindlichkeit dieses Gesetzes; vgl. weiter im Abschnitt V.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.