Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 2 · p. Seite 162

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 2
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1913-01-01
Page
Seite 162 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829851-2829854-2892037--40269-2892095
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

162 Eine unbekannte jüdische Sekte. einem Sklaven und einem Nichtjuden in Bezug auf die Verrichtung von Arbeit am Sabbath darin besteht, daß es biblisch verboten äst, einen Sklaven1 *) Arbeit verrichten zu lassen, während einen Nichtjuden arbeiten zu lassen nur rabbinisch verboten sei. Da nun dieser Unterschied zwischen »rabbinisch« und »biblisch« für unsern Verfasser wohl nicht existiert, so mußte er erklären, warum die Schrift — Exod. XX, 10 — nur den Sklaven erwähnt, wenn sogar ein Nichtjude keine Arbeit für einen Juden verrichten darf. Seine Erklärung ist folgende: Der Herr darf seinen Sklaven nicht einmal einen solchen Dienst am Sabbath ausführen lassen, der keine »Arbeit« involviert, weil dieser vollständige Ruhe genießen soll, während ein Nichtjude wohl für einen Juden einen Dienst verrichten darf, aber keine »Arbeit.« Diese Darstellung von den Ansichten unserer Schrift bezüglich der Sklavenruhe, beruht auf der zu 11, 12 gegebene Erklärung zu מרא (Jhg. 1912, S. 441), wonach es so viel als »meistern« bedeutet und zum aramäischen מוא »Meister« gehört. Sachlich wäre die Übersetzung »auszanken«8) von מרה מרא wohl möglich, denn wenn auch schon vorher in Übereinstimmung mit der Halachah3 * * * *) sogar das unnütze Reden am Sabbath verboten wurde, so ist das Verbot, die Sklaven nicht auszuzanken, doch nicht überflüssig. An dieser Stelle wird das Schimpfen nicht etwa deswegen verboten, weil an diesem heiligen Tage »profane Worte« nicht am Platze sind, sondern weil es die Ruhe des Sklaven beeinträchtigt, die nicht gestört werden darf, selbst wenn das Auszanken berechtigt ist. Aus sprachlichen 1J Unter Sklaven versteht wohl unsere Schrift — vgl. 12, 11 —, in Übereinstimmung mit der Halachah, Mech. Bachod. VII, 69 b solche, die in die jüdische Gemeinschaft eingetreten sind, בני ברית. *) Pirke R. Elieser hält תמריא in lob 39, 18 für eine Nebenform von ,תמרוד. *) Vgl. Jhg. 1912, S. 487; R. Bachja ben Ascher in seinem Buche כד הקמח, Abschnitt 76 ,שבת, ed. Lemberg, findet in der Talmudstelle, Sabbath 113a die Vorschrift, am Sabbath nur sanft zu sprechen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.