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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 2 · p. Seite 159

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 2
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1913-01-01
Page
Seite 159 (sequence 7)
Language
German
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 159 folgenden Morgen zu verrichten gedenke. Vielleicht beruht die Behauptung des Agatharchides — Josephus1) contra Ap. I, 22 —, daß die Juden schon zur Zeit des Ptolemäus Lagi den ganzen Sabbath beim »Beten« zubrachten, darauf, daß nichts Alltägliches am Sabbath gesprochen wurde. Als Heide spricht Agatharchides von »Beten«, er konnte nicht wissen, daß für die Juden das »Beten«, nicht die Hauptsache bei ihrem Gottesdienste ist, sondern das Studium der Thora. Jüdische Quellen dagegen sprechen mit größerer Präzision; so heißt es in Jeruschalmi, Sabb XV, 15a: Sabbath und Feiertage sind von Gott gegeben, um sie für das Studium der Thora zu verwenden לא ניתנו שבתות וימים טובים אלא לעסוק בהן בדברי תורה♦ Ähnlich spricht auch Philo — Einzelgesetze IV, II, 282 — von den vielen Lehrhäusern, »die an den Sabbathen offen sind, wo Belehrung erteilt wird über nützliche Dinge, durch die das ganze Leben veredelt werden kann.« Daß das Verbot des »eitlen Redens«2) derung XVI, I, 450 ״״ bekannte Verbot, am Sabbat Gericht zu halten, findet. Daß aber ישה nicht etwa mit »leihen« zu übersetzen ist ergibt sich aus dem Zusammhang; derselbe verlangt hier unbedingt verbo« tene »Worte« und nicht »Handlungen.« Übrigens wäre auch nicht erklärlich, warum denn dem Gläubiger das Ausleihen und nicht dem Schuldner das Leihen verboten sein sollte, ישה kann aber nur von jenem und nicht von diesem gebraucht werden. Exod, XXII, 24; Ps. LXXXIX, 23; Neh. V, 7 u. v. a. O. zeigen zur Genüge, daß נשא sowie ,נשד — ursprünglich vielleicht zwei verschiedene Stämme — im Sinne von »einen Schuldner drängen« gebraucht werden können. Wenn Charles z. St. sich über »die falsche« Übersetzung von .ישד bei Schechter wundert, der es mit »exact debts« wiedergibt, so zeigt er dadurch, daß er mit sehr mangelhaften Kenntnissen des Hebräischen an die Erklärung eines hebräischen Textes sich heranwagte. ף Vgl. auch Antiq. XVI, 12, 3. 2) Außer der oben angeführten Baraita, vgl. auch Lev. r. XXXIV, gegen Ende und Pesikta rabb. XIII, 116 b, ed. Friedmann. Ich sehe nachträglich, daß schon Friedmann auf den von mir S. 83, Anm. 3 herangezogenen Vergleich zwischen Babli Sabb. 150 b und Jer. XV, 15 a aufmerksam macht. Sein Versuch jedoch, das in Babli fehlende Moment — במוצאי שבת und לעולם — nach Jer. hineinzuinterpretieren

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