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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 2 · p. Seite 136

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 2
Article
Christliche Talmudforschung
Date
1913-01-01
Page
Seite 136 (sequence 8)
Language
German
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136 Christliche Talmudforschung. chen Unternehmen ein besseres gegenseitiges Verständnis und eine Annäherung des heutigen Judentums und Christentum s zu erwarten sein?« — Also: Judenbekehrung1)! Aber für diesen Zweck ist das Unternehmen überflüssig und nutzlos. Die Feiglinge und Verräter, die um Richteramt und Professur oder Fähnrichsepauletten vom Judentum abtrünnig werden, die um ein Linsengericht die Erstgeburt verkaufen, die tun es ohne Mischnaübersetzung; die Juden aber werden auch durch christliche Mischnaübersetzungen nicht zur Fahnenflucht veranlaßt werden. Auch nicht durch G. Beers, des zweiten Herausgebers, Übersetzung des M i sch n at rak t ates Pessachim, eine in wissenschaftliches Staniolpapier gehüllte Brand- und Schmähschrift gegen Juden und Judentum, die in eine salbungsvolle Missionstirade ausläuft. Der Hauptteil des Buches besteht in einer von krassestem Blut-, Mond- und Dämonenaberglauben getragenen, mit haßerfüllten Ausfällen gegen das Judentum durchwirkten »Geschichte des Paschafestes«, in der die albernsten Märchen und Verleumdungen wiederholt werden, die giftiger Judenhaß je erfunden. Dann kommt die Übersetzung mit dem Kommentar. Beer ist praktischer, als Holtzmann. Er sagt sich: Ich 1) Daß mit!Annäherung des Judentums und Christentums«: eine freundlichere Gesinnung des letzteren gegen das erstere gemeint sei, wäre, wenn Holtzmann allein den Prospekt gezeichnet hätte, trotz all seinem Vorurteil und seiner Ungerechtigkeit gegen die Rabbinen noch immer möglich. Holtzmann zeigt in einer früheren Arbeit, Die jüdische Schriftgelehrsamkeit zur Zeit Jesu, etwas mehr Verständnis für die Schriftgelehrten, vgl. S. 32; und auch in seiner Mischna- Übersetzung Ist die Gerechtigkeit nicht ganz erschlagen. Aber in einem Prospekt, den Georg Beer mitunterzeichnet, wird nicht einmal Henry Bergsons Optimismus eine freundliche Gesinnung gegen Juden und Judentum argwöhnen. Vgl. weiter unt. und Aptowltzer in WZKM. XXIV S. 252—268 und in der Monatsschrift 1908

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