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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 2 · p. Seite 131

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 2
Article
Christliche Talmudforschung
Date
1913-01-01
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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Christliche Talmudforschung. 131 abzuwehren. »So soll der Jude den Schöpfer preisen«. Dies und nichts anderes ist Sinn und Zweck der Segensprücke: Der Mensch trete nicht mit Ansprüchen an die Natur heran, er soll jeden körperlichen und seelischen Genuß, den ihm das All bietet, als Gnade Gottes, des Schöpfers des Alls, empfinden und diese Empfindung durch einen Lobspruch zum Ausdruck bringen. »Wer aber etwas von der Welt ohne Lobspruch genießt, der macht sich einer Veruntreuung schuldig; denn dem Ewigen gehört die Erde und ihre Fülle«1 2}. 9. Tosefta II, 9: »Eine aristokratische Beschränkung des Rechts der Arbeiter: sie sprechen Bekenntnis, Tisch״ rgebete, Achtzehngebet nach der Sitte, aber »nicht läßt man sie herabtreten vor die Lade?, d. h. als Vorbeter dürfen sie nicht auftreten«. — Das ist entschieden falsch. Von einer »Rechtsbeschränkung« der »Arbeiter« kann hier nicht die Rede sein. Es handelt sich ja, was Hoitzmann verschweigt, um die Zeit der Arbeit, und da das Vorbeten nicht jedermanns Pflicht, sondern eine bezahlte oder Ehrenfunktion ist, so darf nicht der Arbeiter auf Kosten des Arbeitgebers sich mit seinen kantoralen Fähigkeiten produzieren. Wo zeigt sich da Aristokratismus und Rechtsbeschränkung? Es kann aber nur der von einer »aristokratischen Beschränkung des Rechtes der Arbeiter« bei den Rabbinen sprechen, der keine Ahnung hat von der Verherrlichung des Handwerks und der Arbeit im rabbinischen Schrifttum*); der nicht weiß, daß hervorragende und hervorragendste Schriftgelehrte selbst Handwerker3) und Tage- ג) Tosefta Berachoth IV, 1, Babli das. 35a, Jer. das. VJ, 4 (9d)< 2) Vgl. darüber: Ehrentheil, Geist des Talmud, S. 46 —51; Bloch, der Ai beiterstand etc.; M. H. Friedländer, Die Arbeit etc׳; Delitzsch, Jüdisches Handwerkerleben; S. Meyer, Handwerk und Arbeit im Talmud. [Krauss, Talm. Archäologie, II, 248 ff.] *) Z. B. R. Jochanan der Sandalemnacher, oder der Kupferschmied; vgl. Aptowitzer in Monatschrift 1908, S. 303. R. Jose war ein Gerber, Sabbath 49 b oben. 9’

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