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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 2 · p. Seite 130

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 2
Article
Christliche Talmudforschung
Date
1913-01-01
Page
Seite 130 (sequence 2)
Language
German
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130 Christliche Talmudforschung, schwächlicher, widerstandsloser, feiger Trotz. Andererseits aber genügt der Lobspruch vor dem Genuß der Speise nicht, um die dämonischen Einflüsse fernzuhalten; es muß dazu noch das schwere Geschütz des Tischgebetes aufgeführt werden. Also wieder Tapferkeit, Unerschütterlichkeit, Heldenmut. Wie sind nun die Dämonen? Sind sie tapfer oder feige, heldenhaft und wagemutig oder schüchtern und furchtsam, trotzig, kühn und stolz oder zaghaft und schwach? Wer die Religion sub specie daimonitatis betrachtet, muß doch etwas von der Psychologie der Dämonen verstehen. 2. Die Rabbinen schreiben Segensprüche oder, nach H., »Gottesnamen« vor: beim Anblickeines in voller Blütenpracht stehenden Baumes1), beim Anblick eines schönen Menschen2), beim Anblick eines jüdischen und nichtjüdischen Herrschers, beim Anblick eines jüdischen und nichtjüdischen Gelehrten3). Was für eine Rolle spielen da die Dämonen? Was für böse Wirkungen sollen da ferngehalten werden4)? In einer anderen Stelle dringt auch zu Holtzmann durch den dämonologischen Nebel ein Strahl richtiger Erkenntnis des Grundgedankens der Segensprüche. Er bemerkt zu IX, 2: »Mit dem Hinweis auf Gottes alles durchwaltende Kraft und Stärke wird heidnischer Aberglaube abgewehrt. Auch auf »Bergen, Höhen; Seen und Strömen; in Wüsten (—Triften, Haiden)ז treiben nach heidnischer Meinung allerlei Geister ihr Spiel; so soll der Jude hier den Schöpfer preisen«. Nur der letzte Satz ist richtig. An Dämonen — und anderen heidnischen Aberglauben — haben die Rabbinen bei den Segensprüchen nicht gedacht, auch nicht in der Absicht, ihn l) Berachoth 43 b. Rosch ha-Schanah 11a, Tosefta Berachoth VII, 4, Berachoth 58 b. Ab. sara 20 b, jer. Berachoth IX, 2 (13b unt.), Ab. sara I, 9 (40 a oben), *) Baraitha Ber. 58 a. ‘) Über die Absurdität des Dämonenaberglaubens moderner Religionsgeschichiler, vgl. noch Aptowitzer in WZKM. XXIII, 1909, S. 252-268.

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