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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 6 · p. Seite 704

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 6
Article
Eine talmudische Studie über Wiederholung des Gebets und Ersatzgebete
Date
1912-01-01
Page
Seite 704 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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704 Eine talmudische Studie über Wiederholung עכור רלא טטרחינן להר aus Rücksicht auf die Gemeinde habe .man eine Wiederholung des Gebets nicht gefordert. Nach ailedem wird die Behauptung nicht gewagt erscheinen, daß die Mischnah, beziehungsweise ihr Verfasser, das Streben hatte, das Gebet vorzugsweise zu einer weihevollen Gemütserhebung zu machen, und daß sie aus dieser Anschauung heraus es für angemessen gefunden hat, aile die Bestimmungen über Wiederholung des Gebets und über das Ersatzgebet mit Stillschweigen zu übergehen. Die gegenteilige Anschauung, wonach das Gebet in erster Reihe ein Opferdienst ist und einen Ersatz für das ehemalige Opfer bildet, hat ihren vornehmsten Vertreter gefunden in dem hervorragendsten Schüler des Patriarchen R. Jehuda, in R. Jochanan. Gewiß, auch er betont an vielen Stellen im Talmud die Notwendigkeit der Herzenserhebung und der Gemütsinnigkeit beim Gebet, auch er will das Gebet nicht zum äußerlichen Lippen werke gemacht wissen, aber trotzdem hat er uns nicht im Zweifel darüber gelassen, daß er in dem Gebet vorzugsweise einen Ersatz für das Opfer erblickt. Im jeruschalmi Berachot 8 a sägt R. Jochanan: זה שעובר לפני התיכה אין אומר לו 5 בוא והתפלל, אלא כוא וקרב, עשה־ קרבנינו, עשה צרכינו, עשה טלחמתינר. »Man spricht zu dem Vorbeter nicht also: gehe hin und bete! sondern: gehe hin und bringe Opfer dar, bereite unser Opfer, besorge unsere Bedürfnisse, führe unsere Streitsacher« Damit soll durchaus nicht gesagt sein, daß R. Jochanan ־der erste war, der diese Anschauung von dem Charakter des Gebets als eines Opferdienstes ausgesprochen hat, oder daß nicht auch andere vor und nach ihm die gleiche Ansicht hatten. Wir haben oben bereits gesehen, daß diese Meinung alt, viel älter als R. Jochanan ist; wir finden sie schon im Sifre (ed. Friedmann, Seite 60) in folgenden Worten: »David sagt Psalm 141,2: Mein Gebet bestehe vor dir wie Weihrauch, die Erhebung meiner Hände wie

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