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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 6 · p. Seite 703

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 6
Article
Eine talmudische Studie über Wiederholung des Gebets und Ersatzgebete
Date
1912-01-01
Page
Seite 703 (sequence 3)
Language
German
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703 des Gebets und Ersatzgebete. Sch’ma am Abend und Morgen oder die Tefillah am Abend oder am Morgen versäumt hat. Hier wird also deutlich gelehrt, daß es einen Ersatz für ein versäumtes Gebet nicht gibt. Der Grund wird zwar nicht angegeben, aber wir können ihn erraten, indem wir annehmen, daß der Lehrer dieser Baraitha wie der Verfasser der Mischnah das Gebet weniger für einen Opferdienst als vielmehr für eine Herzensangelegenheit gehalten hat, die, wenn sie einmal versäumt ist, nicht nachgeholt werden kann. R. Jochanan aber mochte seinerseits eine Gegensätzlichkeit zwischen seiner Lehrmeinung und der in dieser Baraitha vorgetragenen Lehre nicht zugeben und sucht den Widerspruch zu beseitigen durch folgende Erläuterung^ Die Baraitha verwerfe nicht im allgemeinen das Ersatzgebet, sondern nur in dem besonderen Falle שבטל במזיד,, daß man aus Mutwillen das Beten unterlassen habe, und dafür gebe es keinen Ersatz. Daß aber der Verfasser der Misch nah, R. Jehudah ha-Naßi, von einem Ersatz für ein zur Unrechten Zeit verrichtetes Gebet nichts wissen wollte, geht auch aus folgender Erzählung in b. Berachot 27 b hervor: Einmal, es war an einem Sabbat, bedeckte sich der Himmel mit Wolken, da meinte das Voik, es sei bereits Nacht. Sie gingen in die Synagoge und verrichteten am Sabbat das Gebet zum, Ausgang des Sabbats. Indessen zerstreute« sich die Wolken, und die Sonne ging auf. Nun fragten sie Rabbi. Dieser aber erwiderte: הואיל והתפללו התפללו. »Nachdem sie bereits gebetet haben, müssen sie nicht nochmals, beten, wenn es auch zur Unrechten Zeit geschehen ist.« Die Gemara aber mochte so weit nicht gehen; siehält die Wiederholung des Gebets für den Einzelnen, der aus Irrtum zur Unrechten Zeit gebetet hat, für unerläßlich und beschränkt die Entscheidung Rabbis in obiger Erzählung nur auf die Gemeinde, indem sie sagt: ־שאני

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