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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 6 · p. Seite 674

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 6
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1912-01-01
Page
Seite 674 (sequence 11)
Language
German
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674׳ Eine unbekannte jüdische Sekte. Allegor. 73, der gleichfalls den Gebrauch des Namen Gottes beim! Schwur-strengstens verpönt. ד י 15, 2: ואת-תורת משו?'אל יזכור. Auch zu dieser Vorschrift findet sich eine Parallele in der geonäischen* 1 * *) Entscheidung, daß ein Schwur bei der Torah von keiner Autorität aufgehoben werden kann אין התר לשבועה זו, und, wie schon von den Decisore!^ bemerkt worden, hätten die Geonim diese Anordnung erlassen, um das Volk von, solchen Schwüren zurückzuhälten. Vermutlich ist auch der im Talmud gebrauchte Schwur8) משה nur eine Verkürzung von בתורת משה, das man aus Scheu nicht ganz aussprach4 5 * *). Potztausend m Deutschen und Sacrebleu im Französischen zeigen, gernng des Huldigungseides hatten, denn von ihnen berichtet Josephus ausdrücklich, daß sie niemals schwuren, und der Unterschied zwischen den Pharisäern und den Essenern in dieser Hinsicht war der, daß jene als Leute, die im praktischen Leben standen, den Eid im Gericht beibehielten, wenn auch sie selbst niemals einen solchen leisteten, während diese ihn ganz verwarfen. Zu bemerken ist noch, daß sogar die Essener nur den Eid beim Namen Gottes verpönten, während sonstige Schwüre und Flüche auch bei ihnen in Gebrauch waren, wie Josephus Bell Jud. II, 8,7 ausdrücklich angibt, und es ist .genau derselbe Standpunkt, den auch unser Verfasser einnimmt. Im Buche der Jubiläen, wie im Test. XII Pat. sind dagegen Schwüre beim Namen Gottes sehr häufig. 1)Vgl. meine Geonica II, 153 und die dort 146 verzeichnete Literatur, wozu noch hinzuzufügen wäre Responsum des R. Meir aus Rothenburg, ed. Blacb, 120. *) Vgl. z. B. Responsum des R. Meir aus Rothenburg 122, R. Nissim zu Meg. 22 b, und das kürzlich von Freimann veröffentlichte אור זרוע zu Scheb,, wo ein ausführliches Responsum des R. Isaak b. Abraham sich findet, der nachweist, daß in talmudischer Zeit dieser Schwur genau wie irgend ein anderer Schwur unter Umständen aufgehoben werden konnte. 5) Vgl. WBB. und Ned. 10 b, wo wohl מודי eine volkstümliche Verballhornung von ,משד ist. ף Wie aus Pes. r. XXVII, 199b hervorgeht, ist die im Talmud erwähnte Sitte, beim Schwören die Tora in der Hand zu halten, nur eine impressive Art für das Schwören »bei der Torah«, das freilich später auch bei anderen Schwurformeln gebraucht wurde.

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