Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Eine unbekannte jüdische Sekte
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 668 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 668׳ so hieß es später: »die Proselyten sind der Grind am Körper Israels«1). Es wäre demnach nicht zu verwundern, wenn in späterer Zeit sogar die Rechte der Proselyten eingeschränkt worden wären, so daß wir z. B. kein Recht haben, die Disqualifikation der Proselyten für öffentliche Ämter als eine alte Halachah anzusehen. 14, 6: *וכן ישגו וכן ישאלו לכי. Eine interessante Parallele zu dieser Vorschrift findet sich Tosefta Sanh. VI, 1: חכם ותלמיד נזקקין לחכם תלמיד ועם הארץ נזקקין לתלמיד »wenn ein Gelehrter und ein Student Fragen an das Synhedrion richten, dann wird zuerst die Frage des Gelehrten erwähnt; wenn ein Student und ein Am ha-Arez Fragen stellen, dann wird zuerst die Frage des Studenten erwähnt.« 14, 8: בכל משפטי התורה להברם כמשפט. Wie S. im Nachtrag bemerkt, ist in der Handschrift nur der obere Schaft von ח noch zu erkennen, weswegen wohl לם3ךם »um d}e Gesetze der Torah zu erklären«. Der Gebrauch des Hiphiis הסביר, bezw. seiner aramäischen Form אסבר, läßt sich zwar erst im babylonischen Talmud2) nachweisen, da aber סבור schon der tannaitischen Terminologie angehört, so ist gegen die gebotene Leseart nichts einzuwenden. 14, 9—10: בעול בכל סוד אנשים. Eine verheiratete Frau wird בעולה genannt, d. h. »die einen Eheherrn hat«; dagegen ist es ganz ausgeschlossen®), daß ein verheirateter Mann als בעול bezeichnet werden kann, er ist entweder ein בעל אשה oder dem mischnischen Sprachgebrauch gemäß ein נשד, so daß בעול unmöglich als verheiratet übersetzt werden kann. An 3 ,13 — בהון — oder 6 ,10 — נבון — ist s) Jebamot 47b. Schürer a. a. O. hat eine ganz schiefe Vorstellung vom Verhältnisse der Pharisäer zu den Proselyten gegeben, weil er dieses Moment ganz unberücksichtigt ließ. s) Vgl. auch Midr. Tebiil. V, ed. Buber 55, Note 58, wo aus einer Handschrift die Leseart לסבור מעשה מרכבה zitiert wird, wofür “לספי zu lesen ist. s) Man darf natürlich sich nicht auf das lateinische *Maritas« *Ehemann« berufen, das von tnas *Männchen« kommt.