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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 6 · p. Seite 667

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 6
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1912-01-01
Page
Seite 667 (sequence 4)
Language
German
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 667 müsse, entspricht demnach einer Sitte, die bei allen Juden im Gebrauch war. 14, 58—י t הבחנים לראשונה ... והגר רביעי. Für diese Ordnung ist zu vergleichen Mischnah Kidd. IV, 1, wo die Rangordnung der jüdischenBevölkerung als Priester, Leviten, Israeliten, »entweihte Priester« und Proselyten angegeben wird. Da die vierte Abteilung nur eine gpnz kleine Klasse einschließt* die an vielen Orten wohl gar nicht zu finden war* so konnte sie ohne weiteres von unserem Autor übergapgen werden. In Sifre D. 247 wird die Ansicht R. Judahs erwähnt, wonach die jüdische Nation aus »vier Gemeinden, Priestern, Leviten* Israeliten und Proselyten besteht«, genau so wie unser Verfasser es beschreibt. Nach einer im Talmud erwähnten Tradition — Jebamot 37 a — rührt die zitierte Mischnah von Hillel her, und es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß dieMisehnah Horajot Ende, wo der Proselyt eine Stufe tiefer als der 1 2נתין) angesetzt wird, einer späteren Zeit angehört. Es ist nämlich eine Tatsache, die sich nicht leugnen läßt, daß die Stellung des offiziellen Judentums zur Proselytenfrage mit dem Aufblühen des Christentums sich wesentlich geändert hat. »Die Gottesfürchtigen«, wie die verschiedenen Schattierungen der Proselyten, waren diejenigen, welche sich leicht bereit fanden, ein gesetzesstrenges Judentum für eine Form desselben zu wechseln, die ihnen die Bibel ließ, aber auf der Erfüllung ihrer Gesetze nicht bestand. Wenn früher die Pharisäer »Meer und Land durchzogen, um einen Proselyten zu machen«?), 1J Der Talmud, Ende Horajot, begründet die Bevorzugung des Nathin vor dem Proselyten dadurch, daß jener von der Geburt an als Jude lebte, dieser erst seit seiner Bekehrung; daß in Kidd. a. a. Q. der Proselyt direkt nach dem Israeliten genannt wird, hat übrigen» wohl seinen Grund darin, daß nur dieser unter den dfirt erwähnten Klassen auch mit Israeliten Ehen eingehen kann. Vgl. auch Rosenthal, Monatsschrift XXX, lt&ff. 2) Zu dieser Stelle in Matth. 23, 15 findet sich eine Parallele im Midrasch Gen. r. 28, worauf Jellinek, Beth ha-Midr. V, 46 hingewiesen hat.

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