Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 5 · p. Seite 614

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 5
Article
Die Juden in der Marienlegende
Date
1912-01-01
Page
Seite 614 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829843-2829849-2891735--39914-2891856
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

6r4 Die Juden in der Marienlegende. eine Schlange an ihrem Busen groß, die ihr Gift gegen sie Und ihren Herrn Christus ausspritzt. Hierauf folgt: Wo die falschen Juden der unschuldigen Kinder Blut vergossen haben. Pie erste Tat ist die Ermordung des kleinen Simon {Symion) in Trient, wo sie aus Haß das Blut aus Gläsern tranken, und wobei sie die Kreuzigungsgeschichte Christi völlig nachahmten. Die ganze Stgdt Trient ist Zeuge für die Wahrheit dieser Geschichte. im gleichen Jahr 1475 haben sie in Friaul ein Kind ermördet, mit glühenden Zangen gerissen und das Blut völlig abgezapft, was sie vortrefflich verstehen. Drei Juden sind in Venedig deswegen mit eisernen Zangen zerrissen- und verbrannt worden. Alles Leugnen hilft nichts gegen das Zeugnis des ganzen welschen Landes. Endlich haben die BÖsewichter zu Norwich in England «in Kind, namens Wilhelm, am Charfreitag schändlich gekreuzigt, Ohne auf alle die andern gleichen Schandtaten auch nur einzugehen, ist kein Zweifel, daß hjer auf Erden iii ggnz kurzer Zeit für der unschuldigen Kinder Blut, die sie zu Tod gebraflii haben, Rache genommen werden soll. A|s letztes Kapitel bringt das Gedicht noch: Wie die falschen Juden alle Brunnen in deutschen Länden wollten vergiftet haben. im Jahre 1475 haben die BÖsewichter, die wir beschirmen, alle .Brunnen im deutschen Land vergiften wollen, sodaß man ihre Feindseligkeit recht erkennen konnte. Zu unsefei! Kinder und unserer Sicherheit müssen wir also alle aus,dem Lande verjagen. Wenn man einmal etliche tausend yefjjrenneh Würde und sie gar »verdilken« würde, so käme n|cht jeden Tag eine neue Klage, wie jetzt von Johannes Pfefferkorn. Man muß endlich der Sache einmal ein End machen! Man soll an Nürnberg1), Würzburg und Hall ge- -l) 1499.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.