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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 5 · p. Seite 613

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 5
Article
Die Juden in der Marienlegende
Date
1912-01-01
Page
Seite 613 (sequence 2)
Language
German
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Die Juden in der Marienlegende. 613 Daß man Täter und die Holden, Strafen wird mit gleichen Schulden. Hieran schließt sich ein weiterer schwerer Angriff: Wie die Juden zu Schmach des Blutvergießen Christi und zu Rach ihrer Gefängnis1) fleißig nach Christenblut stellen. Viele glauben, daß die Juden Christenblut zur Heilung ihrer Krankheiten nötig haben. Das mag falsch sein. Neid und Haß ist aber der wahre Grund, wie sie ja früher, nach Apions Zeugnis, einen Griechen zu Ostern opferten, ihr Ostertag gilt allein ihren Feinden von Pharao an. Darum stehlen sie Christenkinder, um sie zu ihren Ostern zu ermorden. Das haben sie, nach Apions Zeugnis, früher den Heiden getan. Das Römische Reich, das sie unterworfen und in alle Welt zerstreut hat, ist jetzt christlich geworden» und so haben sie den Haß auf die jetzigen Christen im Römischen Reiche übertragen. Zwei Tage im Jahre haben sie, an denen sie klagen. Das eine ist der lange Tag* *), an dem sie über das ganze Römische Reich große Klage führen. Ihre Kinder lassen sie mit hölzernen Schwertern spielen, bis Gott das Römische Reich zerstört, und so reizen sie ihre Kinder, von Jugendbeinen an den Christen feind zu sein. Sie gießen Christenblut in ihren Wein, und sprechen dabei, so solle Gott alles Christenblut vergießen. Wer einen solchen Christenmord begeht, wird bei ihnen hochgeehrt. Das ist mir aus Spanien berichtet. Dort haben sie in einem Konzil beschlossen, daß kein Jude den Ostertag ohne Christenblut begehen soll, als Zeichen ewiger Feindschaft gegen die Christenheit. Sie haben einen besonderen Geheimbund, dessen alleiniger Zweck ist, zu solchem Zweck Kinder abzufangen und zu töten. Die Christen haben keinen größeren Feind, denn sie haben alle Zeit und Stunde heißen Durst nach Christenblut. Die Christen ziehen in diesen Bluthunden 1). Gefangenschaft. . *) Der Versöhnungstag, der noch heute bei den Christen »die lange Nacht« genannt wird.

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