Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Juden in der Marienlegende
- Date
- 1912-01-01
- Page
- 612 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Jaden in der fflarienlegende. Von Heinrich. Loewe. 'T, (Schluß.) r Die dritte gleiche Geschichte ist 1492 im Bayerland in Sternenbach1 *) geschehen. »Da hat man euer viel verbrannt, dies ist im Bayeriand bekannt«. Viertens habön die Juden im Jahre 1337 das Sakrament durchstochen, im Ofen kochen wollen, auf einen Amboß gelegt und mit Hämmern darauf herumgeschlagen, ohne es irgendwie verletzen zu können. Darum hat man sie zu Dockendo.rff8) im Bayerland sämtlich verbrannt. Maneher Christ wundert sich, daß die Juden, die so große Zeichen und Wunder sehen, wie das Blut aus dem zerstochenen Brot herausrinnt, sich doch nicht bekehren, wenn sie auch die Wunder hören und sehen. Sie haben es wirklich alle gesehen und hegen keinen Zweifel an der Geschichte, aber sie meinen, das täte der Teufel, um die Christenheit zu betrügen. Darum hat man sie oft verbrannt, aus manchem Land vertrieben und geklagt, daß sie täglich das Sakrament entehren. Aber unsere Fürsten-Herren wehren den Bösewichtern doch nicht, sie aus dem Lande zu vertreiben, damit Gott von ihnen ungeschändet bliebe. Wird diese Klage nicht gehört auf Erden, So wird sie im Himmel gehöret werden. Es steht in Wahrheit, kurz oder lang, Es kommt einmal der Anfang, l) Ist Verwechslung mit Sternberg in Mecklenburg. *) Deggendorf.