Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 5 · p. Seite 594

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 5
Article
Eine talmudische Studie über Wiederholung des Gebets und Ersatzgebete
Date
1912-01-01
Page
Seite 594 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829843-2829849-2891732--39891-2891836
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

594 Eine talmudische Studie über Wiederholung In allen diesen Fällen, wo »man der Pflicht nicht genügt hat«, weil man ohne Andacht gelesen oder die Ordnung verfehlt oder wo man sich geirrt hat, ist eine Wiederholung des Sch'ma erforderlich. Hinsichtlich der תפלה dagegen wird eine Wiederholung von der Mischnah nirgends zur Pflicht gemacht, weder wegen eines Irrtums, noch wegen Mangels an Andacht* noch aus irgend einem anderen Grunde. In der Mischnah Berachot 5, 5 heißt es: הטתפלל וטעה סימן רע לו ואם ש׳ץ הוא סימן רע לשולחיו. »Wenn der Betende sich geirrt hat, so ist .es für ihn ein ungünstiges Zeichen, und wenn der Vorbeter sich irrt, so ist es ein ungünstiges Zeichen für diejenigen,' die ihm Auftrag erteilt haben.« Hier ist die Rede davon, daß ein Fehler bei der תפלה ein ungünstiges Zeichen ist; die Frage aber, ob eine Wiederholung in Folge dessen erforderlich ist, wird hier offen gelassen. Allein sie wird an anderer Stelle, und zwar in der Mischnah Berachot 5, 3 unzweideutig entschieden, Daselbst heißt es:?העובר לפני התיבה וטעה יענוד אחר תחתיו. מנין הוא מתחיל מתחלת ברכה שטעה זה. »Hat der Vorbeter sich geirrt, so tritt ein anderer an seine Stelle. Und womit beginnt er? Mit dem Anfang der Benediktion, bei der jener sich geirrt hat.« Hier also wird eine Wiederholung infolge eines Irrtums nur auf den »Vorbeter« beschränkt, vermutlich um den ungünstigen Eindruck abzuschwächen, dagegen wird eine Wiederholung nicht verlangt, wenn einer, der nicht Vorbeter ist, sich geirrt hat. Und selbst wenn der Vorbeter einen Fehler gemacht hat, muß die תפלה nicht von neuem begonnen werden, sondern nur מתחלת ברכה שטעה זה. Viel weiter geht schon der Amora Rab Huna in b. Berachot 34 a, indem er sagt: .טעה בג׳ ראשונות חוזר לראש usw. Der ganz allgemein gehaltene Satz des Rab Huna läßt seinem Wortlaute nach vermuten, daß eine Wiederholung verlangt werde auch dann, wenn einer, der nicht Vorbeter ist, sich geirrt hat. In der Tat sagt der Vf. des Tur, Kap. .ואלו ג׳ ברכות חשובות כא׳ ובכ׳ט שטעה בה חוזר לראש ל״ש יחיד :144

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.