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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 5 · p. Seite 584

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 5
Article
Eine talmudische Studie über Wiederholung des Gebets und Ersatzgebete
Date
1912-01-01
Page
Seite 584 (sequence 4)
Language
German
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584 Eine taJmudische Studie über Wiederholuag. wie noch weiter gezeigt wird. Hier macht sie die Andacht nicht zur Bedingung, wohl aber zum Gesetz, So verlangt sie z. B. von dem Arbeiter, der auf einem Baume oder auf einer Steinschichte beschäftigt ist, daß er seine Arbeit unterbreche und von dem Baume oder von der Steinschichte heruntersteige, um das Gebet zu verrichten, weil er auf der Höhe die erforderliche Andacht nicht haben könne aus Furcht vor einem Abstürzen האומנין קורין בראש האילן או בראש הנדבך מה שאינן רשאין לעשות כן בתפלה (Berachot 2, 4). Nach Abschluß der Mischnah ist hierin ein Wandel der Anschauungen nicht eingetreten. Das Gebet Ist kindliche Aussprache mit Gott, darum ist es wertlos, wenn das Herz sich nicht zu Gott erhebt: Dieser Gedanke geht wie ein roter Faden durch aile Abhandlungen über das Gebet im Talmud. Die Tosefta Berachot 31a lehrt: »Der Betende muß sein Herz zum Himmel richten«; R. Ismael b. Jose, ein Zeitgenosse des R. Jehuda ha־Nasi, mahnt in b. Jebamot 105 b: המתפלל צריך שיתן עיניו למטה ולבו למעלה »Wenn du betest, richte deinen Blick zur Erde, dein Herz aber erhebe sich zum Himmel oben!« Den Amoräern, von denen ähnliche Aussprüche überliefert werden (vgl. b. Berachot Bla u. jer. Berachot Ta) war die Bedeutung der in der Mischnah Berachot 4, 4 erwähnten Worte: העושה תפלתו קבע nicht mehr ganz sicher, so daß b. Berachot 29b die Frage aufgeworfen wird: מאי קבע• »Was versteht man unter dem Worte קבע?« Doch aus den verschiedenen Erklärungen dieses Wortes ist das eine ersichtlich, daß die Amoräer, wenn sie auch über die Bedeutung des Wortes geteilter Meinung waren, doch den Umfang des Begriffs recht wohl kannten und den Sinn jener erhabenen Worte in der erwähnten Mischnah keineswegs verloren hatten. Es erklärt der eine das Wort קבע also: Das Gebet darf dir nicht als etwas »Pflichtgemäßes und Obligatorisches« zur Last werden; ein anderer : auch

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