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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 5 · p. Seite 582

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 5
Article
Eine talmudische Studie über Wiederholung des Gebets und Ersatzgebete
Date
1912-01-01
Page
Seite 582 (sequence 2)
Language
German
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582 Eine talmudische Studie über Widerbolung und eine andachtsvolle Richtung des Gemüts zur obersten Forderung für dasselbe machen. Man denke nur an die vielen schlichten und herzinnigen Gebete, die uns der Talmud b. Berachot 16 und 17 aufbewahrt hat, und die später zum Teil in die Liturgie aufgenommen wurden. Diese kurzen Gebete, welche die Amoräer nach dem »Achtzehngebet« zu verrichten pflegten, beweisen recht deutlich, daß man auch um jene Zeit mit Glaubensinnigkeit und Gemütswärme zu beten verstand. - Aber auch für die P f 1 i c h t g e b e t e wird die Andacht zur unerläßlichen Bedingung gemacht. Von den vielen ׳ hierauf bezüglichen Aussprüchen seien nur einige hier ererwähnt. Im Anschluß an das Schriftwort, 5. Mos. 11, 13: »ihm zu dienen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele«, heißt es im Sifrö und darnach im b. Talmud Taanith 2a: »Was ist denn das für ein Dienst, der mit dem Herzen verrichtet werden kann? Das ist das Gebet!« Zu 5. Mos. 26, 16 bemerkt Midrasch Tanchuma (Buber S. 45): בשעה שאתם מתפללין לפני הקב׳ה לא יהיו לכם־ שני לבבות, אחד?!פני המקום ואחד לדבר אחר »Wenn ihr zu Gott betet, so sollt ihr nicht zwei Herzen haben, von denen das eine an Gott denkt und das andere an irgend etwas anderes!« »Wer ohne Andacht betet, von dem sagt Jesaja 1,15: Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verschließe ich meine Augen vor euch; auch wenn ihr Gebete häufet, höre ich nicht« (Sifra 45a). Schon Daniel 9, 3 kennt eine innerliehe Vorbereitung zum Gebet, indem er sagt: »Ich richtete mein Angesicht zu Gott, לבקש תפלה ותחנונים um zu suchen Gebet und Flehen«. Und von den חסידים הראשונים »den Frommen der früheren Zeiten« erzählt die Mischnah Berachot 5,1, daß sie eine Stunde vor dem Gebete warteten, um ihr Herz zum Himmel zu richten«. Mag man aberauch unter »den Frommen der früheren Zeiten« Anhänger der Chasidäer oder Essäer verstehen, so kann doch hierin ein

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